Die ADAC Stiftung unterstützt das Land Berlin bei der Ausweitung des Reanimationsunterrichts
Kooperation zur Lebensrettung in Berlin startet mit Wiederbelebungsübung am Reichstag
Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags demonstrierten Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung, wie die Umsetzung des Vertragsinhalts in der Praxis aussehen könnte. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern führten sie Herzdruckmassagen an Übungspuppen durch – angeleitet von einem Notarzt der ADAC Luftrettung.
Die Crew des Luftrettungshubschraubers veranschaulichte, wie zufällig Anwesende mit dieser einfachen Maßnahme das Rettungsintervall bis zum Eintreffen der Rettungskräfte verkürzen und so ein Leben retten können. Unser Ziel ist es, die dazu nötigen Kenntnisse deutschlandweit in der Bevölkerung zu verbreiten. Schulischer Reanimationsunterricht ist dafür ein wichtiger Hebel.

Wiederbelebungskenntnisse im Lehrplan
Im Rahmen der Zusammenarbeit bringt die ADAC Stiftung im Laufe der kommenden fünf Jahre ihre Erfahrung aus bundesweiten Projekten ein und unterstützt das Land Berlin bei der Weiterentwicklung des Reanimationsunterrichts. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung und dem Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen (BLiQ) stärken wir den Unterricht systematisch und entwickeln ihn weiter. Langfristig soll er möglichst flächendeckend im gesamten Bundesland verankert werden.
Reanimationsunterricht bundesweit auf dem Vormarsch
Nach Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Bayern und Bremen ist Berlin bereits das fünfte Bundesland, das wir mit unserer Expertise unterstützen. Mit jedem Land, das sich für die flächendeckende Einführung von Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen einsetzt, stärken wir die Kultur der Wiederbelebung in Deutschland.
Hier erfahren Sie mehr über unser bundesweites Engagement für mehr Reanimationskenntnisse in der Bevölkerung.

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Deshalb ist es mir wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler früh lernen, Verantwortung zu übernehmen und im Notfall zu handeln.
Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin
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Die Bevölkerung macht den Unterschied: Leben retten kann jeder
Die ersten drei bis fünf Minuten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind entscheidend für die Überlebenschancen. Jede Laienreanimation kann Leben retten. Genau deshalb betonen die aktualisierten Reanimationsleitlinien des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) ausdrücklich die zentrale Rolle der Bevölkerung bei der Wiederbelebung.
Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen unseres Monitors Reanimation: Laienreanimation wirkt – und es besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Derzeit wird in Deutschland nur in rund 55 % der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Lediglich 26 % der Bevölkerung verfügen über aktuelle Reanimationskenntnisse, und jeder dritte Mensch traut sich eine Reanimation nicht zu.
Vereinfachungen für Ersthelfende in den aktualisierten Reanimationsleitlinien (GRC)
Ein zentrales Ziel der aktualisierten Leitlinien ist es, Hemmungen abzubauen und den schnellen Beginn der Reanimation zu fördern. Für Laien wurden die Abläufe bewusst vereinfacht:
- Fokus auf den schnellstmöglichen Beginn der Thorax-Kompression (Herzdruckmassage)
- Atemprüfung unter Anleitung der Leitstelle (112)
- Kein zwingendes Entkleiden des Oberkörpers
- Kein zwingendes Umlagern auf einen harten Untergrund
Diese Vereinfachungen haben in sozialen Medien teils zu Diskussionen geführt. Wichtig ist dabei eine fachlich korrekte Einordnung.
Situationsabhängig handeln – das ist entscheidend
Die Leitlinien richten sich ausdrücklich auch an Laien. Sie sollen helfen, ohne Zeitverlust zu handeln:
- Wer weiß, wie eine Atemprüfung korrekt durchgeführt wird, kann diese selbstverständlich durchführen.
- Eine Reanimation auf hartem Untergrund ist grundsätzlich sinnvoll, da sie die Wirksamkeit der Herzdruckmassage erhöht.
- Wenn das Umlagern jedoch viel Zeit oder Kraft kostet, sollte nicht gezögert werden:
In diesem Fall ist es besser, auf der vorhandenen (auch weichen) Unterlage zu beginnen und die Herzdruckmassage entsprechend kräftiger durchzuführen, um den Untergrund auszugleichen. - Das Entkleiden des Oberkörpers ist grundsätzlich sinnvoll, insbesondere für die Arbeit des Rettungsdienstes oder die frühe Anlage eines AED. Es sollte aber kein Hindernis darstellen: Laien sollen lieber mit Kleidung reanimieren, als aufgrund von Unsicherheiten nicht zu handeln.
Entscheidend ist immer: Handeln statt zögern. Jede Verzögerung verschlechtert die Überlebenschancen.
So einfach ist Reanimation für Laien

Die Leitstelle unterstützt auch beim Einsatz eines AED und kann hierzu anleiten, wenn ein Gerät vor Ort oder bekannt ist.
Wo Deutschland heute steht – Erkenntnisse aus dem Monitor Reanimation
Unser Monitor Reanimation 2025 gibt ein detailliertes Lagebild zur Situation in Deutschland – und macht deutlich, wo Fortschritte gelungen sind und wo noch Handlungsbedarf besteht:
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Nur 26 % der Menschen haben aktuelle Reanimationskenntnisse,
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37 % würden sich eine Reanimation nicht zutrauen,
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80 % befürworten Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen, doch er ist bislang in nur wenigen Bundesländern verbindlich umgesetzt,
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Ersthelfer-Apps decken bislang rund 55 % der Bevölkerung ab, und die Zahl registrierter Ersthelfender stieg kürzlich von 100.000 auf 148.000.
Diese Ergebnisse zeigen: Es gibt großes Potential zur Verbesserung.
Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen – Kompetenz früh verankern
Ein zentraler Baustein zur Stärkung der Wiederbelebungskompetenz ist der Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen. Daher setzen wir uns dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch, sondern praxisnah und regelmäßig üben, wie Wiederbelebungsmaßnahmen funktionieren. Auf diese Weise wächst nicht nur Wissen, sondern auch Vertrauen in die eigene Handlungskompetenz im Notfall.
Mehr erfahren
Die Reanimationsleitlinien des GRC
Die Reanimationsleitlinien des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) basieren auf den Empfehlungen des European Resuscitation Council (ERC) und wurden für den nationalen Kontext angepasst. Sie sind evidenzbasiert und entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Zudem sind sie bundesweit anerkannt und fachlich abgestimmt und bieten eine verlässliche Orientierung für Laien, Ersthelfende und medizinisches Fachpersonal.
Die Leitlinien enthalten Empfehlungen, die mehr Menschen befähigen, im Notfall zu handeln. Die Bedeutung dessen belegen die Ergebnisse unseres Monitors Reanimation.
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Ablenkung durch Smartphones und Kopfhörer
Unsichtbare Gefahr auf dem Schulweg
Eine Alltagsszene mit Risiko: Es ist 7:45 Uhr an einem Wochentag, und vor der Grundschule in München-Schwabing herrscht reges Treiben. Kinder steigen aus Elterntaxis aus, während andere zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Ein Junge überquert die Straße – allerdings mit Blick aufs Smartphone und Kopfhörern im Ohr. Erst im letzten Moment bemerkt er das herannahende Fahrrad, glücklicherweise schafft es der Radfahrer dennoch zu bremsen. Doch nicht immer geht es glimpflich aus.
Ablenkung durch andere Verkehrsteilnehmende
Nicht nur das eigene Smartphone oder Musik im Ohr sind für Kinder ein Risiko, sondern auch andere abgelenkte Verkehrsteilnehmende können zur Gefahr werden.
Besonders problematisch ist es, wenn mehrere Verkehrsteilnehmer gleichzeitig abgelenkt sind, etwa durch das Handy am Steuer oder beim Radfahren, sodass ein rechtzeitiges Reagieren unmöglich wird. Deshalb ist es für alle Verkehrsteilnehmenden wichtig, mit allen Sinnen am Verkehr teilzunehmen und so auch anderen rechtzeitig ausweichen zu können.
Wie Smartphones und Kopfhörer die Aufmerksamkeit mindern
Umso problematischer ist es, wenn Smartphone und Kopfhörer unreflektiert im Verkehr genutzt werden. Laut einer aktuellen Umfrage der ADAC Stiftung zur Schulstartkampagne „Sicherer Schulweg“ haben 88 % der 12- bis 15-Jährigen auf dem Schulweg ein Smartphone dabei, und 44 % nutzen regelmäßig Kopfhörer.
Diese Kombination aus visueller und auditiver Ablenkung mindert die Wahrnehmung deutlich. Besonders besorgniserregend ist, dass mehr Eltern von konkreten Ablenkungen ihrer Kinder berichten als nur von bloßen Sorgen. Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) bestätigt, dass Ablenkung Ursache für etwa jeden zehnten tödlichen Verkehrsunfall in Deutschland ist.*
Kinder sind als ungeschützte Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet – egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Tretroller.
*Praxishilfe „Ablenkung im Straßenverkehr“, DVR
Konkrete Risiken für Kinder und Jugendliche
Kinder haben weniger Erfahrung im Straßenverkehr und erkennen Gefahren oft später als andere Verkehrsteilnehmende. Die Nutzung von Smartphones oder Musik über Kopfhörer reduziert ihre Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit zusätzlich. Studien zeigen: Abgelenkte Kinder nehmen herannahende Fahrzeuge später wahr und reagieren langsamer.
Besonders kritisch ist das beim Überqueren von Straßen, auf dem Roller oder beim Radfahren – Situationen, in denen volle Aufmerksamkeit entscheidend ist.
Was Eltern tun können: Prävention beginnt zu Hause
Eltern spielen eine zentrale Rolle für die Verkehrssicherheit ihrer Kinder. Die ADAC Stiftung empfiehlt:
- Klare Regeln vereinbaren: Smartphone und Kopfhörer bleiben während des Schulwegs im Rucksack.
- Vorbild sein: Auch Erwachsene sollten auf Ablenkungen verzichten – Kinder lernen durch Beobachtung.
- Gespräche führen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über konkrete Gefahren und lassen Sie es Situationen selbst einschätzen.
- Selbstständigkeit fördern: Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule gehen, entwickeln ein besseres Gespür für den Straßenverkehr.
Weiterführende Angebote der ADAC Stiftung

Die ADAC Stiftung unterstützt Schulen und Eltern mit Programmen wie „Achtung Auto“ und der Kampagne „Sicher zu Fuß zur Schule“. Ziel ist, Kinder frühzeitig zu sensibilisieren und ihre Verkehrssicherheit zu stärken.
Mehr Informationen, Materialien und Tipps finden Sie hier auf unserer Website im Bereich Mobilitätsbildung.
Sicher unterwegs – mehr dazu hier:
Pragmatismus statt Protest: Mobilität junger Menschen
Die ADAC Stiftung legt eine neue, umfassende Studie vor, die zeigt, wie junge Menschen Mobilität erleben und was sie bewegt
Es ist noch nicht lange her, da protestierten junge Menschen mit Fridays for Future für eine ökologische Verkehrswende, sogenannte Klimakleber blockierten Kreuzungen. Von der Gen Z zeichnet eine groß angelegte Mobilitätsstudie nun ein ganz anderes Bild: Ihr Blick richtet sich weg von der globalen Klimakrise hin zur persönlichen Komfortzone. Doch die Autoren warnen vor voreiligen Schlüssen: Wer den moralischen Zeigefinger hebt, versteht diese Generation nicht und hat kaum Aussicht, sie zu erreichen.
Die ADAC Stiftung hat gemeinsam mit dem SINUS-Institut und der Universität Duisburg-Essen die bislang umfangreichste Studie zur Mobilität junger Menschen veröffentlicht. Unter dem Titel „Zwischen Frust und Freiheit“ zeigt sie, wie die der Generation Z zwischen 16 und 27 Jahren Mobilität erleben. Sie zeigt eine junge Generation mit dem größten Wunsch nach Veränderung – und zugleich einem geringen Vertrauen, dass Wandel gelingt.
Kernergebnisse der Studie
Die Studie „Zwischen Frust und Freiheit: Mobilität junger Menschen“ zeigt ein klares Bild:
- Nur 10 % der Gen Z sind mit den bestehenden Mobilitätsangeboten zufrieden – deutlich weniger als ältere Generationen.
- Funktionalität schlägt Nachhaltigkeit: Schnell, verlässlich, günstig und flexibel sind die wichtigsten Kriterien bei der Verkehrsmittelwahl.
- Wahlfreiheit und multimodale Angebote sind zentral.
- Offenheit für Innovationen ist hoch, doch Zweifel an deren Umsetzung bleiben.
Bedeutung für Politik und Gesellschaft
Die Ergebnisse machen deutlich: Junge Menschen erwarten von Politik und Anbietern konkrete Verbesserungen im Alltag. Moralische Appelle greifen kaum – gefragt sind realistische, funktionale Lösungen, die Teilhabe und Klimaschutz verbinden. Eine Mobilitätspolitik, die junge Lebensrealitäten ernst nimmt und technologische Möglichkeiten schneller sowie alltagstauglicher umsetzt, kann Vertrauen zurückgewinnen und den Weg für eine zukunftsfähige Mobilität ebnen.
Über die Studie und weitere Informationen
Die ADAC Stiftung hat „Zwischen Frust und Freiheit: Mobilität junger Menschen“ gemeinsam mit dem SINUS-Institut und der Universität Duisburg-Essen erarbeitet. Sie basiert auf einer repräsentativen Befragung, Milieuanalysen und qualitativen Modulen und liefert den bislang größten Datensatz in Deutschland zum Mobilitätsverhalten und zu den Einstellungen der 16- bis 27-Jährigen.
Detaillierte Informationen zur Studie inkl. Download-Möglichkeit finden Sie hier:
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„Bremen rettet“: Mit Unterstützung der ADAC Stiftung wird Reanimationsunterricht künftig fest an weiterführenden Schulen verankert
In der Freien Hansestadt Bremen beginnt ein neues Kapitel für die Lebensrettung an Schulen: Gemeinsam mit dem Senator für Kinder und Bildung und weiteren Partnern unterstützt die ADAC Stiftung den Aufbau von Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen. Unter dem Motto „Bremen rettet“ lernen Schülerinnen und Schüler künftig ab der 7. Klasse, im Notfall richtig zu handeln – praxisnah, altersgerecht und nachhaltig.

Akteurinnen und Akteure in Bremen
Fachliche Expertise und konkrete Ausstattung
Die ADAC Stiftung bringt ihre fachliche Expertise und umfassende Unterstützung in die Kooperation ein. Konkret stellt sie Übungspuppen für alle 74 weiterführenden Schulen in Bremen und Bremerhaven bereit. Insgesamt 1.110 Reanimationspuppen verbleiben dauerhaft an den Schulen und ermöglichen regelmäßiges Üben im Unterricht.
Zusätzlich stellt die ADAC Stiftung umfangreiche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, darunter eine Lehrkräftehandreichung, Präsentationen und Arbeitsblätter. Darüber hinaus begleitet sie das Projekt beim Aufbau eines Monitoringsystems und einer Evaluation, um Wirksamkeit und Fortschritt messbar zu machen.
Reanimationsunterricht als Teil schulischer Bildung
„Bremen zeigt, wie man Lebensrettung systematisch und gemeinsam voranbringt“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung. „Wenn wir Reanimationsunterricht flächendeckend an Schulen verankern wollen, brauchen wir Partner, die Bildung, Gesundheit und Verantwortung zusammendenken. Genau das gelingt hier: Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende werden befähigt, Leben zu retten und geben dieses Wissen an ganze Generationen weiter.“
Tillmann betont zudem: „Reanimation ist nicht nur eine überlebenswichtige Fähigkeit, sondern Ausdruck gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wer lernt zu helfen, zeigt: Wir stehen füreinander ein.“
Stufenweise Einführung ab dem Schuljahr 2025/2026
Das Programm sieht vor, dass ab dem Schuljahr 2025/2026 zunächst die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu zählen Ausstattung, Schulungen sowie begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll der Reanimationsunterricht verbindlich in den Jahrgangsstufen 7 und 8 starten und bis 2028/2029 auf die Klassen 7 bis 10 ausgeweitet werden.
Teil einer bundesweiten Zusammenarbeit
Mit dem Engagement in Bremen setzt die ADAC Stiftung ihre bundesweite Arbeit im Bereich Lebensrettung und Reanimationsunterricht fort. Nach Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Bayern ist Bremen bereits das vierte Bundesland, in dem die ADAC Stiftung Partnerin einer Landeskooperation ist. Ziel bleibt eine flächendeckende Kultur der Wiederbelebung in Deutschland.

Reanimation ist nicht nur eine überlebenswichtige Fähigkeit, sondern Ausdruck gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wer lernt zu helfen, zeigt: Wir stehen füreinander ein.
Vorständin der ADAC Stiftung
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Leon zurück im Leben: Einblicke in die Einzelfallhilfe der ADAC Stiftung
Selbstbestimmt leben, trotz Einschränkungen
Leon ist 18 Jahre alt, als ein Badeunfall sein Leben grundlegend verändert. Nach elf Monaten im Krankenhaus beginnt er, sich ein neues Leben aufzubauen. Denn eine barrierefreie Wohnung direkt neben dem Elternhaus bietet ihm die Möglichkeit, seinen Alltag besser zu bewältigen. Dabei unterstützen ihn die Nähe zur Familie sowie ein Umfeld, das Selbstständigkeit fördert.
Heute studiert Leon Medizin an der LMU München. Sein besonderes Interesse gilt dabei der neurologischen Forschung, insbesondere der Frage, wie sich Bewegungen über Gehirnsignale steuern lassen. Zugleich organisiert er neben dem Studium seinen Alltag, pflegt soziale Kontakte und lebt so eigenständig wie möglich.
Soziale Teilhabe durch Mobilität ermöglichen
„Es fühlt sich gut an, wieder mittendrin zu sein, nicht nur Zuschauer zu sein“, sagt Leon. Ob beim Besuch der Allianz Arena oder beim Austausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen – diese Erlebnisse sind für ihn Ausdruck von Normalität und Verbindung. Die Möglichkeit, aktiv teilzunehmen, eröffnet neue Perspektiven und ist für Leon ein zentraler Bestandteil seines Alltags.
Mut machen – das Leben geht weiter
„Das Leben hört nicht auf. Es verändert sich.“ Leons Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, Hilfe anzunehmen und sich auf neue Wege einzulassen. Mit seinem Engagement in der Forschung möchte er anderen Menschen helfen und Mut machen, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Denn es geht nicht darum, was fehlt – sondern darum, was möglich ist. Auch wenn dieser Weg nicht immer leicht ist, zeigt Leon, wie viel Kraft in der Entscheidung steckt, weiterzugehen.
Die Einzelfallhilfe bietet individuelle Lösungen für mehr Mobilität
Die Einzelfallhilfe der ADAC Stiftung unterstützt Menschen nach einem folgenschweren Unfall mit individuellen Lösungen, die auf ihre Lebenssituation abgestimmt sind. Im Fall von Leon wurde der Umbau der ehemaligen Garage zu einer barrierefreien Wohnung direkt am Elternhaus mitfinanziert. Dadurch entstand eine wichtige Grundlage, die ihm hilft, seinen Alltag besser zu bewältigen – in einem Umfeld mit familiärer Nähe und Möglichkeiten zur Eigenständigkeit.
Mit unserem speziell geschulten Team ist es uns ein besonderes Anliegen, jede Anfrage individuell zu prüfen und gemeinsam mit den Betroffenen passgenaue Lösungen zu entwickeln. Die Einzelfallhilfe umfasst dabei nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch professionelle Beratung. Ziel ist es, konkrete Wege für mehr Mobilität zu ermöglichen.
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Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen in Bayern
ADAC Stiftung unterstützt flächendeckende Einführung
Bayern setzt ein starkes Zeichen für Lebensrettung im Schulalltag: In Gemünden wurde in Anwesenheit der Bayerischen Kultusministerin Anna Stolz die Kooperation zwischen der ADAC Stiftung und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen offiziell besiegelt. Ziel ist es, den Reanimationsunterricht in Bayern an weiterführenden Schulen bis zum Schuljahr 2029/2030 flächendeckend zu etablieren.

Kultusministerin Anna Stolz (zweite von links), Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung (Mitte), der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Thomas Zöller (dritter von links) sowie Anne Rauch (ganz rechts), Vertreterin der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP), bei der Kick-off-Veranstaltung der Lehrerfortbildungsoffensive zur Wiederbelebung.
Fotos: Presse Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus; Copyright Rudi Merkl.
Systematische Lehrerqualifizierung für mehr Handlungssicherheit
Die ADAC Stiftung bringt ihre fachliche und praktische Expertise ein:
- Bereitstellung einer Lehrerhandreichung für den Reanimationsunterricht
- Ausstattung der Lehrerfortbildungen mit Reanimationspuppen und AEDs
- Beteiligung an der Evaluation des Programms gemeinsam mit ALP und Kultusministerium
- Begleitung bayernweiter Referententreffen (RLFB) an Stationen der ADAC Luftrettung zur Qualitätssicherung
Reanimation als Teil gesellschaftlicher Verantwortung
Reanimationsunterricht vermittelt nicht nur überlebenswichtige Fähigkeiten, sondern fördert auch Solidarität und Zusammenhalt. Wer helfen kann, stärkt das Miteinander – und rettet im Ernstfall Leben.
Mit dem Engagement in Bayern setzt die ADAC Stiftung ihre Arbeit für eine starke Kultur der Wiederbelebung konsequent fort.

Wenn wir Reanimation flächendeckend in Schulen verankern wollen, brauchen wir ein System, das Lehrkräfte dauerhaft befähigt, dieses Wissen weiterzugeben.
Vorständin der ADAC Stiftung
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Roller Fit: Bayernauftakt des Mobilitätsbildungsprogramms in Eichenau
Mehr Bewegung, Sicherheit und Selbstvertrauen
Mit dem Programm „Roller Fit“ setzt die ADAC Stiftung ein starkes Zeichen gegen Bewegungsmangel und für mehr Verkehrssicherheit an Bayerns Grundschulen. Unterstützt von ADAC Südbayern, ADAC Nordbayern und der BKK VerbundPlus können allein in diesem Schuljahr bis zu 18.000 Zweit- und Drittklässler kostenlos teilnehmen.
Beim offiziellen Auftakt an der Starzelbachschule in Eichenau stellten Kristina Heller (Staatliches Schulamt Fürstenfeldbruck) und Dr. Annika Nohe (ADAC Stiftung) das Programm im Rahmen einer Lehrerfortbildung vor. Rund 30 Lehrkräfte nutzten das praxisnahe Training, um sich mit dem Konzept vertraut zu machen.
Headerfoto © ADAC Südbayern
Fit auf dem Roller – stark für die Zukunft
Immer mehr Kinder nutzen den Roller – doch sichere Fahrtechniken fehlen oft. Roller Fit setzt genau hier an: Lehrkräfte werden zu Multiplikatoren ausgebildet, um Kinder spielerisch für Bewegung zu begeistern und ihnen wichtige Fähigkeiten im Straßenverkehr zu vermitteln. Das stärkt Motorik, Selbstvertrauen und Umweltbewusstsein – und bereitet ideal auf das Fahrradfahren vor.
Vier Bausteine für mehr Mobilität
Das Programm lässt sich flexibel in den Schulalltag integrieren und besteht aus:
- Regionalen Lehrerfortbildungen
- Starterpaketen mit Unterrichtsmaterialien
- Individuellem Support für Schulen
- Dem Roller Fit-Mobil, das Schulen mit Rollern und Trainingsmaterial versorgt
Aktuell sind fünf Roller Fit-Mobile in Bayern unterwegs – sie machen Rollertraining zum festen Bestandteil des Schulalltags.
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Sicher unterwegs in der dunklen Jahreszeit
Sichtbarkeit schützt Kinder und Erwachsene
Dunkelheit erhöht die Gefahr für Kinder im Straßenverkehr, besonders im Herbst und im Winter, wo es nicht lang hell ist. In Dunkelheit ist jeder Weg gefährlich, ob es in die Schule, zum Sport, Musikunterricht, zur Freizeit oder zu Freunden geht. Die frühe Dämmerung, Regen und Nebel erschweren die Sichtbarkeit erheblich. Deshalb ist es besonders wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmenden rechtzeitig erkannt werden.
Zwischen November und Februar ist es in der Regel in Deutschland morgens oft noch dunkel, wenn Kinder zum Unterricht oder zur Kita unterwegs sind. Teilweise geht erst um 8:30 die Sonne auf. Auch abends wird es früh dunkel – meist schon zwischen 16:00 und 17:00 Uhr. Diese Zeiten machen gerade den Schulweg und andere alltägliche Wege in der Dunkelheit besonders herausfordernd.
In dunkler Kleidung werden Kinder und Erwachsene oft erst aus etwa 25 Metern Entfernung wahrgenommen. Mit heller Kleidung steigt die Sichtbarkeit auf rund 40–50 Meter – mit Reflektoren sogar auf bis zu 140 Meter.
Das ist entscheidend: Ein Auto benötigt bei 50 km/h etwa 28 Meter, um bei einer Notbremsung zum Stehen zu kommen. Rechnet man die Reaktionszeit mit ein, dann benötigt es etwa 40 Meter– zu lang, um im Ernstfall rechtzeitig anhalten zu können.

Warum Sichtbarkeit gerade für Kinder wichtig ist
- Kinder sind kleiner, werden durch Hindernisse leichter verdeckt und schneller übersehen.
- Das Gefahrenbewusstsein der Kinder entwickelt sich erst, und sie verhalten sich zum manchmal unberechenbar. Das erhöht das Risiko insbesondere in der Dämmerung, wenn sie für andere Verkehrsteilnehmer schlechter zu sehen sind.
- Sichtbare Kleidung schützt alle, egal ob zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad unterwegs.
Tipps zur Erhöhung der Sicherheit in der dunklen Jahreszeit
- Achten Sie auf helle Kleidung mit reflektierenden Elementen, die rundum sichtbar sind.
- Reflektoren an Jacke, Rucksack, Schultasche, Schuhen oder Mütze erhöhen die Erkennbarkeit deutlich.
- Schon beim Kauf von Schultaschen auf gute Reflektoren und helle Farben achten.
- Warnwesten oder Sicherheitsüberwürfe sorgen für zusätzliche Sichtbarkeit – besonders bei Regen, Nebel oder in der Dämmerung. Wichtig ist, dass sie der Norm EN ISO 20471 oder EN 1150 entsprechen. Denn viele Kinderwarnwesten reflektieren nicht ausreichend, wie ein aktueller ADAC-Test zeigt (externer Link).
- Üben Sie Wege bewusst auch bei Dämmerung, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen.
- Fahrräder sollten mit kompletter Beleuchtung und vorgeschriebenen Reflektoren ausgestattet sein.
- Reflektoren im Fußbereich sind besonders wirkungsvoll, da die Bewegung beim Gehen und Treten Aufmerksamkeit erzeugt.
- Verwenden Sie am Fahrrad batteriebetriebene Standleuchten, damit Sie auch im Stillstand sichtbar bleiben.
- Bei schlechter Sicht sollten Fahrende die Geschwindigkeit anpassen und besonders aufmerksam fahren – vor allem im Schulumfeld und in Wohngebieten.
Fazit: Sichtbarkeit schützt – jederzeit und überall
Egal ob auf dem Schulweg, beim Sport, zum Musikunterricht oder im Alltag: Gute Sichtbarkeit schützt Kinder und Erwachsene in der dunklen Jahreszeit und bei schlechten Sichtverhältnissen. Bereits kleine Maßnahmen wie helle Kleidung, reflektierende Materialien oder zusätzliche Beleuchtung erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich. Machen Sie sich und Ihre Kinder sichtbar – das macht den Unterschied!
