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Kinder im Straßenverkehr überfordert

Lehrkräfte fordern mehr Mobilitätsbildung im Unterricht

Mobilitätsbildung im Unterricht ist aus Sicht vieler Lehrkräfte noch nicht ausreichend verankert. Eine bundesweite Umfrage der ADAC Stiftung zeigt: Kinder werden im schulischen Alltag nicht genügend auf die Anforderungen des heutigen Straßenverkehrs vorbereitet. Sowohl in der Grundschule als auch an weiterführenden Schulen fehlen dafür mehrere Unterrichtsstunden pro Jahr.

Umfrage zeigt Lücken bei Mobilitätsbildung in der Schule

Zwar ist Verkehrssicherheit insbesondere in Grundschulen fester Bestandteil des Unterrichts. Lehrkräfte widmen der Mobilitätsbildung dort durchschnittlich mehr als 13 Unterrichtsstunden pro Jahr. Nach Einschätzung der Befragten reicht dieser zeitliche Umfang jedoch nicht aus, um Kinder sicher und selbstständig auf den Straßenverkehr vorzubereiten.

Kinder sind im Straßenverkehr überfordert

Fast jedes zweite Kind (47 Prozent) leidet laut Umfrage unter erheblichen Aufmerksamkeitsdefiziten im Straßenverkehr. 36 Prozent der Kinder haben Schwierigkeiten, in kritischen Situationen angemessen zu reagieren. Besonders im Grundschulalter fällt vielen Kindern zudem das Einschätzen von Entfernungen und das rechtzeitige Erkennen von Gefahren schwer.

Besonderes Unfallrisiko auf dem Schulweg

Ein erhöhtes Unfallrisiko besteht insbesondere auf dem täglichen Schulweg. Im Jahr 2024 verunglückten 27.260 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren im Straßenverkehr. 13 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich werktags zwischen 7 und 8 Uhr morgens – der Hauptzeit auf dem Weg zur Schule.

Porträtfoto Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung

Die Umfrage zeigt: Verkehr wird nicht nur mehr, sondern auch vielfältiger. Leise E‑Autos, Roller oder Lastenräder stellen neue Anforderungen an Aufmerksamkeit und Orientierung. Kinder brauchen deshalb mehr Zeit, um zu lernen, sich sicher und gleichzeitig selbstständig in dieser komplexeren Mobilitätswelt zu bewegen

Vorständin der ADAC Stiftung

Lehrkräfte fordern mehr Mobilitätsbildung im Unterricht

Die befragten Lehrkräfte wünschen sich deutlich mehr Unterrichtsstunden für Mobilitätsbildung. In der Grundschule halten sie 18 Stunden pro Jahr für angemessen, also rund fünf mehr als heute in der Praxis üblich. Eine ähnlich große Lücke klafft in den Klassen 5 und 6 an weiterführenden Schulen. Dort gelingt es derzeit, durchschnittlich sechs Stunden pro Jahr in den Unterricht zu integrieren. Notwendig sind nach Auffassung der Lehrkräfte jedoch 11 Stunden pro Jahr.

Größtes Hindernis für angemessenen Verkehrsunterricht sind zu geringe zeitliche Ressourcen. Das sagen 40 Prozent der Lehrkräfte. 28 Prozent wünschen sich mehr finanzielle Mittel, jeweils 25 Prozent beklagen unzureichende Infrastruktur, fehlende Unterstützung kommunaler Stellen und mangelnde Verankerung in den Lehrplänen.

Außerschulische Partner unterstützen die Mobilitätsbildung

Die Kooperation mit außerschulischen Partnern begrüßen 44 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer. Sie sehen darin eine wichtige Ergänzung des Unterrichts, insbesondere dort, wo zeitliche, personelle oder strukturelle Ressourcen begrenzt sind.

Einer dieser Partner ist die ADAC Stiftung. Wir unterstützen Schulen mit fachlicher Expertise und kostenlosen Programmen wie Aufgepasst mit ADACUS, Roller Fit und Achtung Auto 2.0. Mit unserer Mobilitätsbildung wollen wir Kinder frühzeitig befähigen, sich sicher, umweltbewusst und rücksichtsvoll im Straßenverkehr zu bewegen und ihre Mobilitätskompetenzen nachhaltig zu stärken.

Mobilitätsbildungsprogramme der ADAC Stiftung

Eine junge Frau steht in einem Gruppenraum einer Kita und hält eine Handpuupe, den Raben ADACUS, in der Hand. Sie erklärt den Kindern als Trainerin, wie man sicher über eine Ampel und einen Zebrastreifen geht. Kinder stehen auf einem Zebrastreifen, rechts im Bild steht eine Übungsampel.
Gelbes Icon mit einer Person, die auf eine Tafel zeigt

Erfahren Sie mehr zur Arbeit der ADAC Stiftung im Bereich Mobilitätsbildung und zu unseren Mobilitätsbildungsprogrammen.

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Über die Befragung:

Grundlage der Ergebnisse ist eine Onlinebefragung von 340 Lehrkräften in Deutschland. Die Fehlermarge beträgt ±5 Prozentpunkte bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Die Befragung wurde von „We are Family Research“ im März 2026 durchgeführt. Sie ist Teil der Studie „Wie ticken Lehrkräfte“.

 

Quellen zum Artikel: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. N043 vom 14.08.2025; Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik, 2024.

Einsatzbilanz 2025 der ADAC Luftrettung

49.000 Einsätze: Fliegende Gelbe Engel täglich 134‑mal alarmiert

Bei medizinischen Notfällen, in denen jede Minute zählt, kann schnelle und wirksame Hilfe den lebensrettenden Unterscheid machen. Die hochqualifizierten, engagierten Crews der ADAC Luftrettung können innerhalb von zwei Minuten nach Alarmierung starten. Speziell geschulte Pilotinnen und Piloten bringen den Rettungshubschrauber mit Notärztin oder Notarzt und Notfallsanitäterin oder -sanitäter dann innerhalb weniger Minuten von einer der 37 Luftrettungsstationen in ganz Deutschland an den Einsatzort. Im vergangenen Jahr war die ADAC Luftrettung im Schnitt 134-mal pro Tag im Einsatz.

Gelbes Icon zeigt eine Person laufend mit einem Arztkoffer in der Hand

49.000 Einsätze

Rund 134 Notfälle pro Tag im Jahr 2025

Darstellung von 4 Personen als Icons, in der Mitte ein Herz

1.500 Menschen

~ 180 Piloten und Pilotinnen, ~ 670 Notärzte und Notärztinnen, ~ 245 Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen, ~ 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung

Einsatzgründe 2025

31 % Unfälle, 26 % Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 13 % neurologische Notfälle, 8 % akute Atemnot/Asthma

Schnelle Hilfe bei Unfällen und Herz-Kreislauf-Notfällen

Eile geboten ist bei einem guten Drittel der Einsätze wegen Verletzungen nach Unfällen wie Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und Verkehrsunfällen und bei etwa jeder vierten Alarmierung aufgrund von Notfällen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkten und Herzrhythmusstörungen.

Insbesondere bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand können zufällig anwesende Menschen mit Reanimationskenntnissen dazu beitragen, das Rettungsintervall bis zum Eintreffen der Luftrettung zu überbrücken. Auch wenn es sich dabei nur um Minuten handelt – die Überlebenschanchen sinken ohne Wiederbelebungsmaßnahmen im Sekundentakt.

Unser Engagement für Laienreanimation und professionelle Notfallversorgung

Ein Notarzt der ADAC Luftrettung demonstriert Wiederbelebungsmaßnahmen vor dem Reichstag in Berlin
Ein Notarzt der ADAC Luftrettung demonstriert Wiederbelebungsmaßnahmen vor dem Reichstag in Berlin

Wir wollen, dass Menschen im Notfall nicht hilflos daneben stehen müssen, während sie auf die Rettungskräfte warten. Für bestmögliche Überlebenschancen muss professionell Hilfe Hand in Hand gehen mit Reanimation durch Ersthelfende ohne medizinische Ausbildung. Deswegen unterstützen die Crews der ADAC Luftrettung uns in unserem Engagement für mehr Laienreanimation in Deutschland.

Der 2025 veröffentlichte Monitor Reanimation ermittelt die Basis für eine Kultur der Reanimation in Deutschland. Mit unserem Einsatz für Reanimationsunterricht wollen wir erreichen, dass Schülerinnen und Schüler schon in jungen Jahren Wiederbelebungskenntnisse lernen. Unser App-Finder erleichtert Menschen, die bereits über Reanimationskenntnisse verfügen, die Suche nach einem Ersthelfer-Alarmierungssystem in ihrer Region. Insgesamt tragen alle diese Maßnahmen dazu bei, dass nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand schnellstmöglich lebensrettende Maßnahmen einsetzen – für mehr Gerettete und mehr Überlebensqualität.

Über die ADAC Luftrettung

Mit 60 Rettungshubschraubern an 37 Standorten ist unser Tochterunternehmen eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Pilotinnen und Piloten, fünf Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern und 15 Notärztinnen und Notärzten. Für die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen arbeiten bundesweit mehr als 1.500 Menschen – darunter rund 180 Pilotinnen und Piloten, rund 670 Notärztinnen und Notärzte, 245 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung.

Auf der Webseite der ADAC Luftrettung erfahren Sie mehr über unsere Tochtergesellschaft und die Menschen hinter einer der größten Luftrettungsorganisationen Europas.

ADAC Luftrettung

Die ADAC Stiftung unterstützt das Land Berlin bei der Ausweitung des Reanimationsunterrichts

Unser Engagement für die Vermittlung von Wiederbelebungskenntnissen in jungen Jahren schreitet weiter voran. Unsere fünfjährige Kooperation mit der Landesregierung zur Stärkung des Reanimationsunterrichts in Berlin startete mit einer öffentlichkeitswirksamen Wiederbelebungsübung am Reichstag.

Kooperation zur Lebensrettung in Berlin startet mit Wiederbelebungsübung am Reichstag

Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags demonstrierten Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung, wie die Umsetzung des Vertragsinhalts in der Praxis aussehen könnte. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern führten sie Herzdruckmassagen an Übungspuppen durch – angeleitet von einem Notarzt der ADAC Luftrettung. 

Die Crew des Luftrettungshubschraubers veranschaulichte, wie zufällig Anwesende mit dieser einfachen Maßnahme das Rettungsintervall bis zum Eintreffen der Rettungskräfte verkürzen und so ein Leben retten können. Unser Ziel ist es, die dazu nötigen Kenntnisse deutschlandweit in der Bevölkerung zu verbreiten. Schulischer Reanimationsunterricht ist dafür ein wichtiger Hebel. 

Wiederbelebungsübung der ADAC Stiftung am Reichstag in Berlin mit Hubschrauber der Luftrettung
Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung, und Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, bei der Reanimationsübung vor dem Reichstag in Berlin

Wiederbelebungskenntnisse im Lehrplan

Im Rahmen der Zusammenarbeit bringt die ADAC Stiftung im Laufe der kommenden fünf Jahre ihre Erfahrung aus bundesweiten Projekten ein und unterstützt das Land Berlin bei der Weiterentwicklung des Reanimationsunterrichts. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung und dem Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen (BLiQ) stärken wir den Unterricht systematisch und entwickeln ihn weiter. Langfristig soll er möglichst flächendeckend im gesamten Bundesland verankert werden.

Reanimationsunterricht bundesweit auf dem Vormarsch

Nach Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Bayern und Bremen ist Berlin bereits das fünfte Bundesland, das wir mit unserer Expertise unterstützen. Mit jedem Land, das sich für die flächendeckende Einführung von Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen einsetzt, stärken wir die Kultur der Wiederbelebung in Deutschland. 

Hier erfahren Sie mehr über unser bundesweites Engagement für mehr Reanimationskenntnisse in der Bevölkerung.

Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung, und Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Deshalb ist es mir wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler früh lernen, Verantwortung zu übernehmen und im Notfall zu handeln.

Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin

Roller Fit: Auftakt des Mobilitätsbildungsprogramms in Bonn

Mehr Bewegung, Sicherheit und Selbstvertrauen

Der Tretroller ist für viele Kinder ein selbstverständlicher Begleiter im Alltag – auf dem Schulweg, in der Freizeit oder beim Spielen. Mit ihrem Mobilitätsbildungsprogramm Roller Fit setzt die ADAC Stiftung darauf, Kinder frühzeitig für sichere und aktive Mobilität zu stärken. In Zusammenarbeit mit der Bundesstadt Bonn, dem ADAC Nordrhein und dem Förderverein der Sparkasse Köln/Bonn wird das Programm in diesem Jahr an über 20 Bonner Grundschulen umgesetzt.

Lehrkräfte qualifizieren – Mobilitätsbildung verankern

Im Mittelpunkt von Roller Fit steht die Qualifizierung von Lehrkräften. In Bonn startete das Programm mit einer praxisorientierten Schulung für Lehrkräfte aus Bonner Grundschulen. Ziel ist es, Pädagoginnen und Pädagogen dabei zu unterstützen, das sichere Tretrollerfahren als festen Bestandteil der Mobilitätsbildung in den Unterricht zu integrieren.

Spielerisch lernen: Sicherheit, Bewegung und Spaß

Während der Schulung erhalten die Lehrkräfte methodische und praktische Anregungen, um Kindern grundlegende Fahrkompetenzen wie sicheres Bremsen, Ausweichen und kontrolliertes Fahren altersgerecht zu vermitteln. Roller Fit verbindet dabei gezielt Verkehrssicherheit mit aktiver Bewegung und fördert zugleich Koordination, Gleichgewicht und Selbstvertrauen.

Praxisnaher Unterricht auf dem Schulhof oder in der Turnhalle

Für die Umsetzung im Schulalltag stellt die ADAC Stiftung den teilnehmenden Schulen kostenfreie Unterrichts‑ und Lernmaterialien zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch das Roller Fit‑Mobil, das einen Klassensatz Tretroller, Helme und Trainingsmaterialien direkt an die Schule bringt. Auf dem Schulhof oder in der Turnhalle können Kinder das Gelernte in einem geschützten Rahmen praktisch erproben und vertiefen.

Starke Partnerschaften für sichere Mobilität vor Ort

Die Umsetzung von Roller Fit in Bonn zeigt, wie wirksame Mobilitätsbildung durch starke Partnerschaften vor Ort gelingen kann. Gemeinsam schaffen ADAC Stiftung, Kommune und regionale Förderpartner die Voraussetzungen dafür, Kinder frühzeitig für sichere, aktive und selbstständige Mobilität zu stärken.

Die Bevölkerung macht den Unterschied: Leben retten kann jeder

Die ersten drei bis fünf Minuten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind entscheidend für die Überlebenschancen. Jede Laienreanimation kann Leben retten. Genau deshalb betonen die aktualisierten Reanimationsleitlinien des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) ausdrücklich die zentrale Rolle der Bevölkerung bei der Wiederbelebung.

Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen unseres Monitors Reanimation: Laienreanimation wirkt – und es besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Derzeit wird in Deutschland nur in rund 55 % der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Lediglich 26 % der Bevölkerung verfügen über aktuelle Reanimationskenntnisse, und jeder dritte Mensch traut sich eine Reanimation nicht zu.

Vereinfachungen für Ersthelfende in den aktualisierten Reanimationsleitlinien (GRC)

Ein zentrales Ziel der aktualisierten Leitlinien ist es, Hemmungen abzubauen und den schnellen Beginn der Reanimation zu fördern. Für Laien wurden die Abläufe bewusst vereinfacht:

  • Fokus auf den schnellstmöglichen Beginn der Thorax-Kompression (Herzdruckmassage)
  • Atemprüfung unter Anleitung der Leitstelle (112)
  • Kein zwingendes Entkleiden des Oberkörpers
  • Kein zwingendes Umlagern auf einen harten Untergrund

Diese Vereinfachungen haben in sozialen Medien teils zu Diskussionen geführt. Wichtig ist dabei eine fachlich korrekte Einordnung.

Situationsabhängig handeln – das ist entscheidend

Die Leitlinien richten sich ausdrücklich auch an Laien. Sie sollen helfen, ohne Zeitverlust zu handeln:

  • Wer weiß, wie eine Atemprüfung korrekt durchgeführt wird, kann diese selbstverständlich durchführen.
  • Eine Reanimation auf hartem Untergrund ist grundsätzlich sinnvoll, da sie die Wirksamkeit der Herzdruckmassage erhöht.
  • Wenn das Umlagern jedoch viel Zeit oder Kraft kostet, sollte nicht gezögert werden:
    In diesem Fall ist es besser, auf der vorhandenen (auch weichen) Unterlage zu beginnen und die Herzdruckmassage entsprechend kräftiger durchzuführen, um den Untergrund auszugleichen.
  • Das Entkleiden des Oberkörpers ist grundsätzlich sinnvoll, insbesondere für die Arbeit des Rettungsdienstes oder die frühe Anlage eines AED. Es sollte aber kein Hindernis darstellen: Laien sollen lieber mit Kleidung reanimieren, als aufgrund von Unsicherheiten nicht zu handeln.

Entscheidend ist immer: Handeln statt zögern. Jede Verzögerung verschlechtert die Überlebenschancen.

So einfach ist Reanimation für Laien

Die Grafik zeigt udn beschreibt die 3 Schritte: 1. Prüfen: Eigene Sicherheit beachten, Bewusstsein prüfen; 2. Rufen: 112 anrufen – die Leitstelle unterstützt bei der Atemprüfung; 3. Drücken: Mit beiden Händen in der Mitte des Brustkorbs drücken. 100–120 Mal pro Minute, 5–6 cm tief Nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

Die Leitstelle unterstützt auch beim Einsatz eines AED und kann hierzu anleiten, wenn ein Gerät vor Ort oder bekannt ist.

Wo Deutschland heute steht – Erkenntnisse aus dem Monitor Reanimation

Unser Monitor Reanimation 2025 gibt ein detailliertes Lagebild zur Situation in Deutschland – und macht deutlich, wo Fortschritte gelungen sind und wo noch Handlungsbedarf besteht:

  • Nur 26 % der Menschen haben aktuelle Reanimationskenntnisse,

  • 37 % würden sich eine Reanimation nicht zutrauen,

  • 80 % befürworten Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen, doch er ist bislang in nur wenigen Bundesländern verbindlich umgesetzt,

  • Ersthelfer-Apps decken bislang rund 55 % der Bevölkerung ab, und die Zahl registrierter Ersthelfender stieg kürzlich von 100.000 auf 148.000.

Diese Ergebnisse zeigen: Es gibt großes Potential zur Verbesserung.

Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen – Kompetenz früh verankern

Ein zentraler Baustein zur Stärkung der Wiederbelebungskompetenz ist der Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen. Daher setzen wir uns dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch, sondern praxisnah und regelmäßig üben, wie Wiederbelebungsmaßnahmen funktionieren. Auf diese Weise wächst nicht nur Wissen, sondern auch Vertrauen in die eigene Handlungskompetenz im Notfall.

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Ein Lehrer kniet in der Mitte eines Klassenzimmers. Vor ihm liegt eine Reanimationspuppe. Er schult Kinder, die im Kreis um ihn herum auf Stühlen sitzen, im Reanimationsunterricht.

Die Reanimationsleitlinien des GRC

Die Reanimationsleitlinien des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) basieren auf den Empfehlungen des European Resuscitation Council (ERC) und wurden für den nationalen Kontext angepasst. Sie sind evidenzbasiert und entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Zudem sind sie bundesweit anerkannt und fachlich abgestimmt und bieten eine verlässliche Orientierung für Laien, Ersthelfende und medizinisches Fachpersonal.

Die Leitlinien enthalten Empfehlungen, die mehr Menschen befähigen, im Notfall zu handeln. Die Bedeutung dessen belegen die Ergebnisse unseres Monitors Reanimation.

Ablenkung durch Smartphones und Kopfhörer

Unsichtbare Gefahr auf dem Schulweg

Eine Alltagsszene mit Risiko: Es ist 7:45 Uhr an einem Wochentag, und vor der Grundschule in München-Schwabing herrscht reges Treiben. Kinder steigen aus Elterntaxis aus, während andere zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Ein Junge überquert die Straße – allerdings mit Blick aufs Smartphone und Kopfhörern im Ohr. Erst im letzten Moment bemerkt er das herannahende Fahrrad, glücklicherweise schafft es der Radfahrer dennoch zu bremsen. Doch nicht immer geht es glimpflich aus.

Ablenkung durch andere Verkehrsteilnehmende

Nicht nur das eigene Smartphone oder Musik im Ohr sind für Kinder ein Risiko, sondern auch andere abgelenkte Verkehrsteilnehmende können zur Gefahr werden.

Besonders problematisch ist es, wenn mehrere Verkehrsteilnehmer gleichzeitig abgelenkt sind, etwa durch das Handy am Steuer oder beim Radfahren, sodass ein rechtzeitiges Reagieren unmöglich wird. Deshalb ist es für alle Verkehrsteilnehmenden wichtig, mit allen Sinnen am Verkehr teilzunehmen und so auch anderen rechtzeitig ausweichen zu können.

Wie Smartphones und Kopfhörer die Aufmerksamkeit mindern

Umso problematischer ist es, wenn Smartphone und Kopfhörer unreflektiert im Verkehr genutzt werden. Laut einer aktuellen Umfrage der ADAC Stiftung zur Schulstartkampagne „Sicherer Schulweg“ haben 88 % der 12- bis 15-Jährigen auf dem Schulweg ein Smartphone dabei, und 44 % nutzen regelmäßig Kopfhörer.

Diese Kombination aus visueller und auditiver Ablenkung mindert die Wahrnehmung deutlich. Besonders besorgniserregend ist, dass mehr Eltern von konkreten Ablenkungen ihrer Kinder berichten als nur von bloßen Sorgen. Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) bestätigt, dass Ablenkung Ursache für etwa jeden zehnten tödlichen Verkehrsunfall in Deutschland ist.*

Kinder sind als ungeschützte Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet – egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Tretroller.

*Praxishilfe „Ablenkung im Straßenverkehr“, DVR 

Konkrete Risiken für Kinder und Jugendliche

Kinder haben weniger Erfahrung im Straßenverkehr und erkennen Gefahren oft später als andere Verkehrsteilnehmende. Die Nutzung von Smartphones oder Musik über Kopfhörer reduziert ihre Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit zusätzlich. Studien zeigen: Abgelenkte Kinder nehmen herannahende Fahrzeuge später wahr und reagieren langsamer. 

Besonders kritisch ist das beim Überqueren von Straßen, auf dem Roller oder beim Radfahren – Situationen, in denen volle Aufmerksamkeit entscheidend ist. 

Was Eltern tun können: Prävention beginnt zu Hause

Eltern spielen eine zentrale Rolle für die Verkehrssicherheit ihrer Kinder. Die ADAC Stiftung empfiehlt: 

  • Klare Regeln vereinbaren: Smartphone und Kopfhörer bleiben während des Schulwegs im Rucksack.
  • Vorbild sein: Auch Erwachsene sollten auf Ablenkungen verzichten – Kinder lernen durch Beobachtung.
  • Gespräche führen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über konkrete Gefahren und lassen Sie es Situationen selbst einschätzen.
  • Selbstständigkeit fördern: Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule gehen, entwickeln ein besseres Gespür für den Straßenverkehr.

Weiterführende Angebote der ADAC Stiftung

4 Kinder sprinten auf einer Straße los. Ein Moderator steht im Vordergrund des Bildes, neben ihm ein Verkehrshütchen.

Die ADAC Stiftung unterstützt Schulen und Eltern mit Programmen wie „Achtung Auto“ und der Kampagne „Sicher zu Fuß zur Schule“. Ziel ist, Kinder frühzeitig zu sensibilisieren und ihre Verkehrssicherheit zu stärken.
Mehr Informationen, Materialien und Tipps finden Sie hier auf unserer Website im Bereich Mobilitätsbildung.

Pragmatismus statt Protest: Mobilität junger Menschen

Die ADAC Stiftung legt eine neue, umfassende Studie vor, die zeigt, wie junge Menschen Mobilität erleben und was sie bewegt

Es ist noch nicht lange her, da protestierten junge Menschen mit Fridays for Future für eine ökologische Verkehrswende, sogenannte Klimakleber blockierten Kreuzungen. Von der Gen Z zeichnet eine groß angelegte Mobilitätsstudie nun ein ganz anderes Bild: Ihr Blick richtet sich weg von der globalen Klimakrise hin zur persönlichen Komfortzone. Doch die Autoren warnen vor voreiligen Schlüssen: Wer den moralischen Zeigefinger hebt, versteht diese Generation nicht und hat kaum Aussicht, sie zu erreichen.

Die ADAC Stiftung hat gemeinsam mit dem SINUS-Institut und der Universität Duisburg-Essen die bislang umfangreichste Studie zur Mobilität junger Menschen veröffentlicht. Unter dem Titel „Zwischen Frust und Freiheit“ zeigt sie, wie die der Generation Z zwischen 16 und 27 Jahren Mobilität erleben. Sie zeigt eine junge Generation mit dem größten Wunsch nach Veränderung – und zugleich einem geringen Vertrauen, dass Wandel gelingt.

Kernergebnisse der Studie

Die Studie  „Zwischen Frust und Freiheit: Mobilität junger Menschen“ zeigt ein klares Bild:

  • Nur 10 % der Gen Z sind mit den bestehenden Mobilitätsangeboten zufrieden – deutlich weniger als ältere Generationen.
  • Funktionalität schlägt Nachhaltigkeit: Schnell, verlässlich, günstig und flexibel sind die wichtigsten Kriterien bei der Verkehrsmittelwahl.
  • Wahlfreiheit und multimodale Angebote sind zentral.
  • Offenheit für Innovationen ist hoch, doch Zweifel an deren Umsetzung bleiben.

Bedeutung für Politik und Gesellschaft

Die Ergebnisse machen deutlich: Junge Menschen erwarten von Politik und Anbietern konkrete Verbesserungen im Alltag. Moralische Appelle greifen kaum – gefragt sind realistische, funktionale Lösungen, die Teilhabe und Klimaschutz verbinden. Eine Mobilitätspolitik, die junge Lebensrealitäten ernst nimmt und technologische Möglichkeiten schneller sowie alltagstauglicher umsetzt, kann Vertrauen zurückgewinnen und den Weg für eine zukunftsfähige Mobilität ebnen.

Über die Studie und weitere Informationen

Die ADAC Stiftung hat „Zwischen Frust und Freiheit: Mobilität junger Menschen“ gemeinsam mit dem SINUS-Institut und der Universität Duisburg-Essen erarbeitet. Sie basiert auf einer repräsentativen Befragung, Milieuanalysen und qualitativen Modulen und liefert den bislang größten Datensatz in Deutschland zum Mobilitätsverhalten und zu den Einstellungen der 16- bis 27-Jährigen.

Detaillierte Informationen zur Studie inkl. Download-Möglichkeit finden Sie hier:

„Bremen rettet“: Mit Unterstützung der ADAC Stiftung wird Reanimationsunterricht künftig fest an weiterführenden Schulen verankert

In der Freien Hansestadt Bremen beginnt ein neues Kapitel für die Lebensrettung an Schulen: Gemeinsam mit dem Senator für Kinder und Bildung und weiteren Partnern unterstützt die ADAC Stiftung den Aufbau von Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen. Unter dem Motto „Bremen rettet“ lernen Schülerinnen und Schüler künftig ab der 7. Klasse, im Notfall richtig zu handeln – praxisnah, altersgerecht und nachhaltig.

Organisationsteam Kooperation Bremen Reanimationsunterricht an weiterführenden Schulen

Akteurinnen und Akteure in Bremen

Fachliche Expertise und konkrete Ausstattung

Die ADAC Stiftung bringt ihre fachliche Expertise und umfassende Unterstützung in die Kooperation ein. Konkret stellt sie Übungspuppen für alle 74 weiterführenden Schulen in Bremen und Bremerhaven bereit. Insgesamt 1.110 Reanimationspuppen verbleiben dauerhaft an den Schulen und ermöglichen regelmäßiges Üben im Unterricht.

Zusätzlich stellt die ADAC Stiftung umfangreiche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, darunter eine Lehrkräftehandreichung, Präsentationen und Arbeitsblätter. Darüber hinaus begleitet sie das Projekt beim Aufbau eines Monitoringsystems und einer Evaluation, um Wirksamkeit und Fortschritt messbar zu machen.

Reanimationsunterricht als Teil schulischer Bildung

„Bremen zeigt, wie man Lebensrettung systematisch und gemeinsam voranbringt“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung. „Wenn wir Reanimationsunterricht flächendeckend an Schulen verankern wollen, brauchen wir Partner, die Bildung, Gesundheit und Verantwortung zusammendenken. Genau das gelingt hier: Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende werden befähigt, Leben zu retten und geben dieses Wissen an ganze Generationen weiter.“

Tillmann betont zudem: „Reanimation ist nicht nur eine überlebenswichtige Fähigkeit, sondern Ausdruck gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wer lernt zu helfen, zeigt: Wir stehen füreinander ein.“

Stufenweise Einführung ab dem Schuljahr 2025/2026

Das Programm sieht vor, dass ab dem Schuljahr 2025/2026 zunächst die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu zählen Ausstattung, Schulungen sowie begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll der Reanimationsunterricht verbindlich in den Jahrgangsstufen 7 und 8 starten und bis 2028/2029 auf die Klassen 7 bis 10 ausgeweitet werden.

Teil einer bundesweiten Zusammenarbeit

Mit dem Engagement in Bremen setzt die ADAC Stiftung ihre bundesweite Arbeit im Bereich Lebensrettung und Reanimationsunterricht fort. Nach Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Bayern ist Bremen bereits das vierte Bundesland, in dem die ADAC Stiftung Partnerin einer Landeskooperation ist. Ziel bleibt eine flächendeckende Kultur der Wiederbelebung in Deutschland.

Porträtfoto Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung

Reanimation ist nicht nur eine überlebenswichtige Fähigkeit, sondern Ausdruck gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wer lernt zu helfen, zeigt: Wir stehen füreinander ein.

Vorständin der ADAC Stiftung

Leon zurück im Leben: Einblicke in die Einzelfallhilfe der ADAC Stiftung

Selbstbestimmt leben, trotz Einschränkungen

Leon ist 18 Jahre alt, als ein Badeunfall sein Leben grundlegend verändert. Nach elf Monaten im Krankenhaus beginnt er, sich ein neues Leben aufzubauen. Denn eine barrierefreie Wohnung direkt neben dem Elternhaus bietet ihm die Möglichkeit, seinen Alltag besser zu bewältigen. Dabei unterstützen ihn die Nähe zur Familie sowie ein Umfeld, das Selbstständigkeit fördert.

Heute studiert Leon Medizin an der LMU München. Sein besonderes Interesse gilt dabei der neurologischen Forschung, insbesondere der Frage, wie sich Bewegungen über Gehirnsignale steuern lassen. Zugleich organisiert er neben dem Studium seinen Alltag, pflegt soziale Kontakte und lebt so eigenständig wie möglich.

Soziale Teilhabe durch Mobilität ermöglichen

„Es fühlt sich gut an, wieder mittendrin zu sein, nicht nur Zuschauer zu sein“, sagt Leon. Ob beim Besuch der Allianz Arena oder beim Austausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen – diese Erlebnisse sind für ihn Ausdruck von Normalität und Verbindung. Die Möglichkeit, aktiv teilzunehmen, eröffnet neue Perspektiven und ist für Leon ein zentraler Bestandteil seines Alltags.

Mut machen – das Leben geht weiter

„Das Leben hört nicht auf. Es verändert sich.“ Leons Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, Hilfe anzunehmen und sich auf neue Wege einzulassen. Mit seinem Engagement in der Forschung möchte er anderen Menschen helfen und Mut machen, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Denn es geht nicht darum, was fehlt – sondern darum, was möglich ist. Auch wenn dieser Weg nicht immer leicht ist, zeigt Leon, wie viel Kraft in der Entscheidung steckt, weiterzugehen.

Vorschauscreen zum Video mit Leon in einem elektrischen Rollstuhl
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Die Einzelfallhilfe bietet individuelle Lösungen für mehr Mobilität

Die Einzelfallhilfe der ADAC Stiftung unterstützt Menschen nach einem folgenschweren Unfall mit individuellen Lösungen, die auf ihre Lebenssituation abgestimmt sind. Im Fall von Leon wurde der Umbau der ehemaligen Garage zu einer barrierefreien Wohnung direkt am Elternhaus mitfinanziert. Dadurch entstand eine wichtige Grundlage, die ihm hilft, seinen Alltag besser zu bewältigen – in einem Umfeld mit familiärer Nähe und Möglichkeiten zur Eigenständigkeit.

Mit unserem speziell geschulten Team ist es uns ein besonderes Anliegen, jede Anfrage individuell zu prüfen und gemeinsam mit den Betroffenen passgenaue Lösungen zu entwickeln. Die Einzelfallhilfe umfasst dabei nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch professionelle Beratung. Ziel ist es, konkrete Wege für mehr Mobilität zu ermöglichen.