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Nahaufnahme einer Reanimationsübung: Hände drücken auf den Brustkorb einer Reanimationspuppe.

So geht Wiederbelebung (Reanimation)

Prüfen. Rufen. Drücken.

Wiederbelebung ist die wichtigste Sofortmaßnahme bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand und kann Leben retten. Auch ohne medizinische Vorkenntnisse.

Auf dieser Seite zeigen wir die drei wichtigsten Schritte der Wiederbelebung, geben praktische Tipps für den Notfall und räumen mit häufigen Irrtümern auf.

Eckart von Hirschhausen steht auf einem öffentlichen Platz und hält ein Schild mit dem dritten Wiederbelebungsschritt „Drücken“ hoch. Mit drei ausgestreckten Fingern verweist er auf den dritten Schritt der Wiederbelebung.
Copyright Sebastian Wagner / ADAC Stiftung
Praktisch erklärt:

Die drei Schritte der Wiederbelebung

Person prüft eine am Boden liegende Person auf Bewusstsein und Atmung.

1. Prüfen

Achten Sie zunächst auf Ihre eigene Sicherheit. Bricht jemand zusammen, muss sofort geprüft werden, ob die Person auf lautes Ansprechen oder vorsichtiges Schulterschütteln reagiert und normal atmet. Erfolgt keine Reaktion, braucht die Person sofort Ihre Hilfe.

Person setzt den Notruf 112 ab und prüft anschließend die Atmung.

2. Rufen

Wählen Sie den Notruf 112 oder lassen Sie ihn von einer anderen Person absetzen. Die Mitarbeitenden der Leitstelle stellen die wichtigsten Fragen und unterstützen bei den nächsten Schritten. Schalten Sie das Telefon möglichst auf Lautsprecher. Die Leitstelle hilft bei der Atemprüfung und leitet bei Bedarf telefonisch durch die Wiederbelebung. Legen Sie erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet.

Person führt eine Herzdruckmassage bei einer am Boden liegenden Person durch.

3. Drücken

Legen Sie beide Hände übereinander in die Mitte des Brustkorbs und drücken Sie fest und schnell nach unten. Die Herzdruckmassage sollte 100 bis 120 Mal pro Minute und etwa 5 bis 6 Zentimeter tief erfolgen. Entlasten Sie den Brustkorb nach jedem Druck vollständig und machen Sie ohne Unterbrechung weiter, bis der Rettungsdienst eintrifft. Sind mehrere Helfende vor Ort, können sie sich dabei abwechseln.

Notrufnummer: 112 (europaweit und USA)

Die 112 ist aus dem Festnetz und allen Mobilfunknetzen ohne Vorwahl erreichbar und kostenfrei. Ein Entsperrcode für das Mobiltelefon ist nicht erforderlich.

Fakten und Mythen

Wir klären auf: Häufige Fragen und Irrtümer zur Wiederbelebung

Rund um die Wiederbelebung gibt es viele Fragen und Unsicherheiten. Wir beantworten die häufigsten Fragen und räumen mit verbreiteten Irrtümern auf. So können im Notfall möglichst viele Menschen schnell und richtig handeln.

Bewusstsein und Atmung

Sprechen Sie die Person laut an und rütteln Sie vorsichtig an den Schultern. Reagiert sie nicht, ist sie bewusstlos oder nicht ansprechbar. Rufen Sie dann sofort die 112. 

Die sogenannte Schnappatmung, ein „Nach-Luft-Schnappen“, ist keine normale Atmung. Auch in dieser Situation ist eine Reanimation erforderlich. Rufen Sie die 112 und beginnen Sie mit der Herzdruckmassage.

Die Seitenlage ist richtig und notwendig, wenn eine bewusstlose Person normal atmet. Rufen Sie immer die 112 und lassen sich von der Leitstelle helfen.

Atmet die Person nicht normal, beginnen Sie stattdessen mit der Herzdruckmassage.

Wiederbelebung durchführen

Nein. Der größte Fehler ist, nichts zu tun. Wenn eine Person nicht reagiert und nicht normal atmet, hat sie einen Herz-Kreislauf-Stillstand und braucht schnellstmöglich Hilfe.

Rufen Sie die 112 und beginnen Sie mit der Herzdruckmassage. Die Leitstelle unterstützt Sie dabei Schritt für Schritt.

Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie im Zweifel lieber mit der Reanimation oder bitten die Leitstelle um Unterstützung bei der Einschätzung.

Reagiert die Person nicht und atmet nicht normal, ist schnelles Handeln entscheidend. Beginnen Sie mit der Herzdruckmassage, bis Sie andere Anweisungen bekommen oder der Rettungsdienst übernimmt.

Rippenverletzungen können bei einer Herzdruckmassage vorkommen. Sie sind aber deutlich weniger schwerwiegend als die Folgen eines unbehandelten Herz-Kreislauf-Stillstands. Drücken Sie beherzt! 

Drücken Sie ohne längere Pause, bis der Rettungsdienst übernimmt, die Person wieder normal reagiert oder Sie von der Leitstelle andere Anweisungen bekommen. 

Nein. Rufen Sie die 112 und beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage, wenn die Person nicht reagiert und nicht normal atmet. Jede Minute zählt. 

Beatmung und Ansteckung

Nein. Wenn Sie unsicher sind oder nicht beatmen möchten, konzentrieren Sie sich vollständig auf die Herzdruckmassage. Wenn Sie eine Beatmung gelernt haben und sie sich zutrauen, können Sie im Verhältnis 30-mal drücken und 2-mal beatmen. 

Dann müssen Sie nicht beatmen. Bei der reinen Herzdruckmassage besteht praktisch kein Ansteckungsrisiko, weil kein direkter Mundkontakt nötig ist. Drücken Sie ohne Unterbrechung weiter. 

Helfen dürfen, Verantwortung und Rechtliches

Ja. Jede Person soll im Notfall helfen. Sie müssen kein medizinisches Fachpersonal sein, um die wichtigsten Schritte zu tun: prüfen, 112 rufen und drücken. 

Ja. Auch ohne aktuellen Erste-Hilfe-Kurs sollen Sie helfen. Die Leitstelle unterstützt Sie telefonisch und leitet Sie Schritt für Schritt an. Ihre Hände können Leben retten! 

Wer nach bestem Wissen und Gewissen hilft, muss keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Wichtig ist, in einer Notfallsituation nicht tatenlos zu bleiben. 

Notruf, AED und Unterstützung vor Ort

Die Leitstelle hilft Ihnen, die Situation einzuschätzen, die Atmung zu prüfen und die Wiederbelebung zu beginnen. Sie erhalten klare Anweisungen am Telefon.

Ein AED ist ein Automatisierter Externer Defibrillator. Das Gerät kann bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zusätzlich helfen und führt mit Sprachanweisungen durch die Anwendung.

Wichtig: Die Herzdruckmassage hat Vorrang. Holen und verwenden Sie den Defibrillator nur, wenn weitere Personen anwesend sind und parallel durchgängig weiter drücken.

Das Gerät führt Sie komplett durch den Prozess. Schalten Sie es einfach ein und befolgen die Schritte. Hören Sie nur auf zu drücken, wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Die Herzdruckmassage soll nicht unterbrochen werden. Wenn mehrere Personen vor Ort sind, kann eine Person den AED holen, während die andere weiter drückt.

Wichtig: Im Notfall gilt: Handeln statt zögern. Jede Minute zählt. Eine früh begonnene Herzdruckmassage kann Leben retten.

Beatmung, Umlagern, Defibrillator und stabile Seitenlage

Erste Hilfe richtig einordnen und situationsbedingt handeln

Die aktuellen Reanimationsleitlinien sollen Hemmungen abbauen und Ersthelfende dazu ermutigen, im Notfall schnell zu handeln.

Im Mittelpunkt steht die Herzdruckmassage.

Für Laien wurden die Abläufe vereinfacht:

  • Atemprüfung mit Unterstützung der Leitstelle (112)
  • Schnellstmöglicher Beginn der Herzdruckmassage
  • Kein zwingendes Entkleiden des Oberkörpers
  • Kein zwingendes Umlagern auf einen harten Untergrund

Wichtig zu wissen:

  • Wer in Erster Hilfe geschult ist und sich dazu in der Lage fühlt, kann zusätzlich beatmen. Dies kann die Überlebenschancen insbesondere bei längeren Rettungsdienst-Anfahrtszeiten weiter verbessern.
  • Ein harter Untergrund erhöht grundsätzlich die Wirksamkeit der Herzdruckmassage. Wenn das Umlagern jedoch Zeit kostet oder schwierig ist, sollte trotzdem sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden.
  • Das Entkleiden des Oberkörpers kann hilfreich sein, sollte den Beginn der Herzdruckmassage aber nicht verzögern.
  • Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) kann die Wiederbelebung unterstützen. Die Herzdruckmassage sollte dafür möglichst nicht unterbrochen werden.
  • Die Seitenlage ist nur angezeigt, wenn eine Person bewusstlos ist und normal atmet. Ohne normale Atmung muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

Wichtig

Im Notfall gilt: Handeln statt zögern. Jede Minute zählt. Eine früh begonnene Herzdruckmassage kann Leben retten.

Notfallsanitäterin Katharina Helm im Gespräch mit einem Passanten auf dem Alexanderplatz in Berlin. Beide knien neben einer Reanimationspuppe und tauschen sich über Wiederbelebung aus
Copyright Thomas Trutschel

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