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Ein Vater mit seinem Sohn auf einem Übungsplatz. Sie üben Fahrrad fahren.

Vier von zehn Kindern können nicht sicher Rad fahren

Fehlende Techniken als Risiko im Straßenverkehr

Fahrradfahren ist für Kinder ein wichtiges Stück Selbstständigkeit. Es ermöglicht ihnen, ihre Umgebung eigenständig zu erkunden und sichere Mobilität im Alltag zu erlernen. Doch vielen Kindern fehlen grundlegende Fähigkeiten, um sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Eine aktuelle Elternumfrage der ADAC Stiftung zeigt: Nur knapp 60 Prozent der 7- bis 9-Jährigen beherrschen Schulterblick, Handzeichen und einhändiges Fahren.

Die ADAC Stiftung empfiehlt Familien deshalb, die Sommerferien zum gemeinsamen Üben zu nutzen, rechtzeitig vor dem Schulstart.

Fast alle Kinder können Fahrrad fahren, wichtige Kompetenzen fehlen jedoch häufig

96 Prozent der Kinder zwischen vier und zwölf Jahren in Deutschland können Fahrrad fahren. Das zeigt die aktuelle Elternumfrage der ADAC Stiftung.

Gleichzeitig sehen viele Eltern Defizite bei den Fähigkeiten, die für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr notwendig sind. 38 Prozent der 7- bis 9-Jährigen beherrschen keinen Schulterblick, können nicht sicher einhändig fahren und damit auch keine eindeutigen Handzeichen geben. Selbst bei den 10- bis 12-Jährigen liegt dieser Anteil noch bei über 20 Prozent – obwohl viele von ihnen die schulische Radfahrausbildung bereits absolviert haben.

Die Ergebnisse verdeutlichen: Fahrrad fahren zu können bedeutet nicht automatisch, sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können.

Warum Schulterblick, Handzeichen und einhändiges Fahren so wichtig sind

Beim Anfahren, Abbiegen oder an Kreuzungen müssen Kinder mehrere Anforderungen gleichzeitig bewältigen. Sie müssen das Gleichgewicht halten, den Verkehr beobachten, Handzeichen geben und Verkehrsregeln beachten.

Fehlen diese Fähigkeiten, wird die sichere Teilnahme am Straßenverkehr deutlich schwieriger. Nach Auffassung der befragten Eltern sollten Kinder diese Fertigkeiten spätestens bis zum Ende der dritten Klasse erlernt haben.

Übung schafft Sicherheit und fördert Selbstständigkeit

„Rad fahren ist für Kinder mehr als Fortbewegung. Es ist ein Stück Selbstständigkeit und eine wichtige Etappe auf dem Weg, sich sicher in der eigenen Umgebung zu bewegen. Dafür brauchen Kinder Übung und Vorbilder, und die finden sie zuerst bei den eigenen Eltern“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung.

Die Sommerferien bieten dafür ideale Voraussetzungen. Gemeinsame Fahrten in vertrauter Umgebung helfen Kindern, wichtige Bewegungsabläufe einzuüben und mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu gewinnen.

Porträtfoto Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung

Die Sommerferien sind eine gute Gelegenheit, gemeinsam als Familie zu üben. Wer jetzt Zeit auf dem Rad verbringt, macht sein Kind fit für den Schulweg und für alle weiteren Strecken.

Vorständin der ADAC Stiftung

Eltern sehen sich in der Verantwortung

Die Verantwortung für die Verkehrserziehung sehen Eltern vor allem bei sich selbst. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) sieht sich in erster Linie in der Pflicht, Kindern sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu vermitteln.

36 Prozent betrachten dies als gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Schule. Nur rund zehn Prozent ordnen die Verantwortung überwiegend der Schule zu.

Die schulische Radfahrausbildung wird dabei insgesamt positiv bewertet: 83 Prozent der Eltern sind der Ansicht, dass sie wesentliche Kompetenzen für den Straßenverkehr vermittelt.

Lehrkräfte beobachten ähnliche Herausforderungen

Die Ergebnisse der Elternbefragung decken sich mit Erkenntnissen aus einer Lehrkräfteumfrage der ADAC Stiftung aus dem Frühjahr.

Demnach leiden aus Sicht der Lehrkräfte 47 Prozent der Kinder unter erheblichen Aufmerksamkeitsdefiziten im Straßenverkehr. 36 Prozent haben Schwierigkeiten, in entscheidenden Situationen angemessen zu reagieren.

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung regelmäßiger Übung und praktischer Erfahrungen im Alltag.

Unfallzahlen machen den Handlungsbedarf deutlich

Wie wichtig sichere Mobilität für Kinder ist, zeigt auch die aktuelle Unfallstatistik. Im Jahr 2025 starben in Deutschland 74 Kinder unter 15 Jahren bei einem Verkehrsunfall. 13 von ihnen waren mit dem Fahrrad unterwegs.

Rund 29.200 Kinder wurden verletzt. Statistisch gesehen kam damit alle 18 Minuten ein Kind im Straßenverkehr zu Schaden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verunglücken ältere Kinder besonders häufig werktags zwischen 7 und 8 Uhr – also genau zu der Zeit, in der viele Kinder auf dem Schulweg unterwegs sind.

Sicheres Fahrrad fahren

Wer Kinder frühzeitig beim sicheren Radfahren unterstützt, stärkt nicht nur ihre Verkehrssicherheit, sondern auch ihre Selbstständigkeit und ihre aktive Teilhabe am Alltag. Tipps rund ums sichere Fahrrad fahren finden Sie hier.

Über die Befragung:

Grundlage der Ergebnisse ist eine Onlinebefragung von 1.010 Eltern in Deutschland, deren Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren sind. Die Fehlermarge beträgt ±3 Prozent bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Die Befragung wurde von We are Family Research im Mai 2026 durchgeführt.

Sicher zur Fuß zur Schule

Zwei Mädchen und ein Junge im Grundschulalter gehen auf einem Gehweg in der Stadt. Sie tragen gelbe Sicherheitswarnwesten und Schulranzen. Ihr Stimmung ist gut, sie lachen und haben Freude gemeinsam auf dem Schulweg.

Die bundesweite Schulstartkampagne der ADAC Stiftung unterstützt einen sicheren Schulweg. Sie richtet sich an Eltern, Kinder, pädagogische Fachkräfte und alle Verkehrsteilnehmenden im Schulumfeld und bietet kostenfreie Informationen, Tipps und Materialien für einen sicheren Schulstart.

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Mobilitätsbildungsprogramme der ADAC Stiftung

Eine junge Frau steht in einem Gruppenraum einer Kita und hält eine Handpuupe, den Raben ADACUS, in der Hand. Sie erklärt den Kindern als Trainerin, wie man sicher über eine Ampel und einen Zebrastreifen geht. Kinder stehen auf einem Zebrastreifen, rechts im Bild steht eine Übungsampel.
Gelbes Icon mit einer Person, die auf eine Tafel zeigt

Erfahren Sie mehr zur Arbeit der ADAC Stiftung im Bereich Mobilitätsbildung und zu unseren Mobilitätsbildungsprogrammen.

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