Kinder im Straßenverkehr überfordert
Lehrkräfte fordern mehr Mobilitätsbildung im Unterricht
Umfrage zeigt Lücken bei Mobilitätsbildung in der Schule
Zwar ist Verkehrssicherheit insbesondere in Grundschulen fester Bestandteil des Unterrichts. Lehrkräfte widmen der Mobilitätsbildung dort durchschnittlich mehr als 13 Unterrichtsstunden pro Jahr. Nach Einschätzung der Befragten reicht dieser zeitliche Umfang jedoch nicht aus, um Kinder sicher und selbstständig auf den Straßenverkehr vorzubereiten.
Kinder sind im Straßenverkehr überfordert
Besonderes Unfallrisiko auf dem Schulweg
Ein erhöhtes Unfallrisiko besteht insbesondere auf dem täglichen Schulweg. Im Jahr 2024 verunglückten 27.260 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren im Straßenverkehr. 13 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich werktags zwischen 7 und 8 Uhr morgens – der Hauptzeit auf dem Weg zur Schule.

Die Umfrage zeigt: Verkehr wird nicht nur mehr, sondern auch vielfältiger. Leise E‑Autos, Roller oder Lastenräder stellen neue Anforderungen an Aufmerksamkeit und Orientierung. Kinder brauchen deshalb mehr Zeit, um zu lernen, sich sicher und gleichzeitig selbstständig in dieser komplexeren Mobilitätswelt zu bewegen
Vorständin der ADAC Stiftung
Lehrkräfte fordern mehr Mobilitätsbildung im Unterricht
Die befragten Lehrkräfte wünschen sich deutlich mehr Unterrichtsstunden für Mobilitätsbildung. In der Grundschule halten sie 18 Stunden pro Jahr für angemessen, also rund fünf mehr als heute in der Praxis üblich. Eine ähnlich große Lücke klafft in den Klassen 5 und 6 an weiterführenden Schulen. Dort gelingt es derzeit, durchschnittlich sechs Stunden pro Jahr in den Unterricht zu integrieren. Notwendig sind nach Auffassung der Lehrkräfte jedoch 11 Stunden pro Jahr.
Größtes Hindernis für angemessenen Verkehrsunterricht sind zu geringe zeitliche Ressourcen. Das sagen 40 Prozent der Lehrkräfte. 28 Prozent wünschen sich mehr finanzielle Mittel, jeweils 25 Prozent beklagen unzureichende Infrastruktur, fehlende Unterstützung kommunaler Stellen und mangelnde Verankerung in den Lehrplänen.
Außerschulische Partner unterstützen die Mobilitätsbildung
Die Kooperation mit außerschulischen Partnern begrüßen 44 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer. Sie sehen darin eine wichtige Ergänzung des Unterrichts, insbesondere dort, wo zeitliche, personelle oder strukturelle Ressourcen begrenzt sind.
Einer dieser Partner ist die ADAC Stiftung. Wir unterstützen Schulen mit fachlicher Expertise und kostenlosen Programmen wie Aufgepasst mit ADACUS, Roller Fit und Achtung Auto 2.0. Mit unserer Mobilitätsbildung wollen wir Kinder frühzeitig befähigen, sich sicher, umweltbewusst und rücksichtsvoll im Straßenverkehr zu bewegen und ihre Mobilitätskompetenzen nachhaltig zu stärken.
Mobilitätsbildungsprogramme der ADAC Stiftung
Erfahren Sie mehr zur Arbeit der ADAC Stiftung im Bereich Mobilitätsbildung und zu unseren Mobilitätsbildungsprogrammen.
Mehr erfahrenÜber die Befragung:
Grundlage der Ergebnisse ist eine Onlinebefragung von 340 Lehrkräften in Deutschland. Die Fehlermarge beträgt ±5 Prozentpunkte bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Die Befragung wurde von „We are Family Research“ im März 2026 durchgeführt. Sie ist Teil der Studie „Wie ticken Lehrkräfte“.
Quellen zum Artikel: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. N043 vom 14.08.2025; Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik, 2024.