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Förderung Sonnenwagen Aachen e.V.

Entwicklung und Einsatz eines solarbetriebenen Rennfahrzeugs

Unsere Mobilität befindet sich in einem gravierenden Umbruch. Um die Klimaziele zu erreichen gibt es weltweite Vorgaben, wie weit der CO2 Ausstoß gesenkt werden muss. Die Elektromobilität ist in diesem Zusammenhang einer der Schlüssel für eine emissionsneutrale und nachhaltige Fortbewegung. Zusätzlich werden weitere Innovationen benötigt, um die Klimaziele zu erreichen.

Sonnenwagen Aachen e.V., ein Verein, bestehend aus angehenden Ingenieuren und Forschern der FH und RWTH Aachen will in diesem Zusammenhang ein Zeichen setzen und entwickelt deshalb seit 2015 einen solarbetriebenen Rennwagen. Ziel der Studierenden ist es, die Eigenentwicklungen in den Bereichen Aerodynamik, Elektrotechnik (Batterien, Batteriemanagement, Leistungselektronik, Motoren, Solarzellen), Fahrstrategie, Fahrwerk und Struktur (Leichtbau, Materialien) so zu konstruieren, dass sie zukünftig auch in Serienfahrzeugen für den Straßenverkehr zum Einsatz kommen können. Die ADAC Stiftung fördert dieses einzigartige Zukunftsprojekt.

Behind the Scenes

Um einen Blick hinter die Kulissen des Projekts zu werfen haben wir Mitte Juli 2021 das Sonnenwagen-Team in Aachen besucht und ein Behind the Scenes gedreht. Zu diesem Zeitpunkt standen die Studierenden kurz vor dem Rollout des Sonnenwagen 3.

Weitere Infos zum Projekt

Neuartige und nachhaltige Mobilität der Zukunft schon heute erleben

Das Team Sonnenwagen Aachen wurde im Jahr 2015 von Studierenden der FH und RWTH Aachen gegründet. Schon damals war das Ziel klar: Sie wollen zeigen, was bereits im Bereich der Elektromobilität möglich ist, entsprechende Innovationen auf den Weg bringen und vorantreiben. Nach zwei Jahren harter Arbeit war im Jahr 2017 der erste Sonnenwagen dann tatsächlich Wirklichkeit geworden. Nur wenige Wochen später starteten die Studierenden bei der World Solar Challenge 2017 von Darwin nach Adelaide, 3022 Kilometer durch das australische Outback. Mit respektablem Erfolg.

Wie funktioniert der Sonnenwagen?

Auch der Nachfolger, der Sonnenwagen 2, sowie das neue Fahrzeug, der Sonnenwagen 3 basieren auf der gleichen Grundidee: In eine selbsttragende Karosserie aus Carbon, welche besonders aerodynamisch geformt wurde, wird nur so viel Technik eingebaut wie unbedingt nötig. An einem der vier Räder sitzt ein intelligenter Elektromotor, den die Studierenden ebenfalls selbst entwickelt haben. Zusätzlich besteht das Fahrzeug aus einem winzigen Cockpit und aus der 4 m² großen Solarfläche, die den Rennwagen mit Strom versorgt. Der Topspeed des Boliden liegt bei geschätzten 120km/h, wenn die Sonne scheint ist die Reichweite des Sonnenwagens praktisch unendlich.

Welchen Stellenwert haben die Innovationen?

Die Solarzellen kommen aus der Raumfahrt und werden zugekauft. Der Großteil der restlichen Komponenten entwickeln und bauen die Studierenden selbst. Ständig arbeiten 45 Personen im Team Sonnenwagen Aachen. Die Teamzusammensetzung ist sehr dynamisch und das ist mit Sicherheit auch der Motor für die hohe Innovationskraft. Die Studierenden wollen neue Wege gehen und Technologien für die Mobilität von Morgen entwickeln. Was jetzt noch im Sonnenwagen Prototypencharakter hat, könnte schon in wenigen Jahren in Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen. Herzstück des Wagens ist der Bordcomputer, der alle Systeme zusammenführt und steuert. Durch den hocheffizienten Nabenmotor kann auf Getriebe und Antriebswellen verzichtet werden. Durch die Allradlenkung kann der Wagen in den Wind gestellt werden, so verhält sich der Sonnenwagen wie ein Segel.

Wieviel Arbeit steckt hinter dem studentischen Projekt?

„Wir verbringen einen Großteil unserer Freizeit im Team Sonnenwagen, arbeiten wirklich hart für unseren gemeinsamen Traum. Nebenbei studieren wir auch noch, das Alles auf einen Nenner zu bringen ist nicht immer ganz leicht“, beschreibt Frederic Aoun, Schatzmeister und Leiter des Sponsoringteams. „Daher ist es für uns eine große Auszeichnung, dass uns die ADAC Stiftung so großzügig unterstützt.“

Warum fördert die ADAC Stiftung das Team Sonnenwagen Aachen?

Und für diese Förderung hat sich die ADAC Stiftung ganz bewusst entschieden. Denn die angehenden Ingenieure und Wissenschaftler leisten mit ihren Eigenentwicklungen in den Bereichen Aerodynamik, Elektrotechnik Fahrstrategie, Fahrwerk und Struktur einen entscheidenden Beitrag für die Mobilität von Morgen.

„Um die hoch gesteckten Klimaziele bis 2045 zu erreichen, muss sich auch der Verkehrssektor grundlegend verändern. Wir von der ADAC Stiftung sehen gerade beim Team Sonnenwagen Aachen ein hohes Potenzial an Innovationen, mit denen wir schon in naher Zukunft unsere Mobilität nachhaltiger gestalten können. Deshalb fördern wir das Projekt sehr gerne“, sagt Thomas Heinrich, Leiter Forschung der ADAC Stiftung.

Welche großen Rennen stehen jetzt an?

Bei der zweijährigen Entwicklungs- und Bauzeit für den Sonnenwagen 3 hatten die Studierenden eigentlich wieder die World Solar Challenge 2021 in Australien fest im Blick. Pandemiebedingt wurde dieser Event aber im Frühjahr abgesagt. Eine ziemliche Enttäuschung für das Team Sonnenwagen Aachen. Doch die Studierenden konnten sich schnell neu fokussieren und gehen nun im September bei der European Solar Challenge im niederländischen Zolder an den Start. Im Oktober geht’s dann nach Afrika, zur Solar Challenge Marokko. Bei diesen emissionsfreien Rennen müssen Auto und Team gegen die besten Solar Rennwagen der Welt antreten. Wir drücken schon jetzt die Daumen.