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2. Quartal 2024

Highlights der ADAC Stiftung

Senatorin übt mit Berliner Kindern sicheres Tretroller Fahren

Hohe Absätze passen eigentlich nicht so gut auf den Tretroller. Abgesehen vom unsicheren Schuhwerk können sich angehende Rollerfahrer bei Katharina Günther-Wünsch aber durchaus etwas abschauen. Die Berliner Bildungssenatorin nahm im Mai an einem Termin teil, um die Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie mit der ADAC Stiftung zu bezeugen. Bei einem Roller Fit-Training im Bezirk Prenzlauer Berg durfte eine dritte Schulklasse, angeleitet durch Trainerinnen und Trainer, das sichere Fahren mit dem Tretroller üben und hatte dabei auch Spaß an verschiedenen Geschicklichkeitsübungen.

Die Senatorin, die zum Termin mit Karsten Schulze, Vorsitzender des Stiftungsrats und Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung, in Anzug und High Heels erschienen war, setzte sich zur Freude der anwesenden Presse einen Helm auf und machte mit. So konnte sie aus erster Hand erleben, was das Programm leistet, das die Senatsverwaltung bereits seit 2021 unterstützt. Seitdem haben in Berlin Lehrkräfte von fast 80 Schulen an Fortbildungsveranstaltungen teilgenommen, um in der Folge ihr Wissen in praxisnahen Trainings an über 6.000 Kinder weiterzugeben.

Die Teilnehmenden stärken dadurch spielerisch ihre motorischen Fähigkeiten und entwickeln Freude an der Bewegung mit einem nachhaltigen Verkehrsmittel, während sie gleichzeitig die Regeln und Gefahren des Straßenverkehrs kennenlernen. Beeindruckt fasste Günther-Wünsch ihren Eindruck vom Anschauungsunterricht vor Ort zusammen: „Diese Initiative fördert die eigenständige Mobilität der Berliner Schülerinnen und Schüler auf ihrem Schulweg und trägt gleichzeitig zur Verbesserung der Motorik und körperlichen Fitness von Grundschulkindern bei.“

Gemeinsam für bessere Gefahrenwarnung an Einsatzstellen

Schlimm genug, wenn ein Fahrzeug auf der Autobahn oder Schnellstraße liegenbleibt. Besser, wenn der Schaden im Anschluss auf ein Minimum begrenzt werden kann. Um den Schutz von Pannenhelfenden, Verunfallten und dem nachfolgenden Verkehr an einer Pannenstelle zu verbessern, haben ADAC e.V., ADAC SE und ADAC Stiftung gemeinsam ein Projekt ins Leben gerufen, das jetzt zum Abschluss kommt.

Im vergangenen Jahr haben wir drei sich ergänzende Lösungen für mehr Sicherheit an Einsatzstellen auf Autobahnen in der Praxis getestet. Dabei wurden Straßenwachtfahrzeuge des ADAC erstens mit Car-to-X-Kommunikationstechnik ausgestattet, um den nachfolgenden Verkehr automatisiert vor Pannenstellen zu warnen. Zweitens wurden Videokameras in den Kofferraum eines Pannenhilfefahrzeugs eingebaut, um den von hinten kommenden Verkehr zu überwachen und mit KI-basierter Videodetektion vor drohenden Kollisionen zu warnen. Drittens wurde eine neue Schnittstelle zwischen dem Pannenhilfesystem und dem Verkehrsinformationssystem des ADAC geschaffen, um Pannendaten zu übertragen und Warnmeldungen zu generieren, die über bestehende Verkehrsinformationsdienste ausgespielt werden.

Die ausgewerteten Ergebnisse unserer Praxistests wurden am 1. Juli Präsidiumsmitgliedern des ADAC e.V., Gremienmitgliedern der ADAC Stiftung, der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes und Vertretern von Organisationen wie Autobahnmeistereien und Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehr und THW vorgestellt. Bei einer Demonstration im Testzentrum Mobilität des ADAC in Penzing konnten sie die Gefahrenwarnung live erleben und mehr über die Wirksamkeit der Systeme und unsere Resultate erfahren.

Unser abgeschlossenes Forschungsprojekt bietet nun eine Entscheidungsgrundlage für die Auswahl eines passenden Systems, das für die Gefahrenwarnung an Einsatzstellen von allen Einsatzkräften geeignet sind. Die Veranstaltung diente ebenfalls als Auftakt einer bundesweiten Roadshow, um helfende Organisationen von der Wirksamkeit der von uns getesteten Gefahrenwarnung zu überzeugen, damit diese ihre Fahrzeuge möglichst bundesweit nachrüsten. Das gemeinsame Ziel: möglichst viele Einsatzfahrzeuge mit der effektivsten Sicherheitslösung auszustatten, um Gesundheit und Leben an Pannenstellen bestmöglich zu schützen.

Hohes Potenzial für verbesserte Lebensrettung bei Herz-Kreislauf-Stillstand

Zu unserem Jahresthema Reanimation haben wir Ende des zweiten Quartals vielversprechende Neuigkeiten. Laut unserer Potenzialanalyse könnte der flächendeckende Ausbau von Ersthelfer-Netzwerken die Rettungsquote bei Herz-Kreislauf-Stillständen erhöhen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete exklusiv über die erfreulichen Ergebnisse unserer Analyse und leistete damit gleichzeitig einen wichtigen Beitrag dazu, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu schärfen.

Jährlich erleiden 120.000 Menschen in Deutschland einen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand. In rund 60.000 Notfällen werden Patientinnen oder Patienten reanimiert. Smartphone-basierte Ersthelfer-Alarmierungssysteme benachrichtigen bei einem solchen Notfall Menschen mit Reanimationskenntnissen, die sich in der Nähe befinden. Diese können dann noch vor Eintreffen der Rettungsdienste mit der Herzdruckmassage beginnen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten ohne irreversible Hirnschäden überleben.

Einer niederländischen Studie zufolge müssten sich fünf Prozent der Erwachsenen – das wären in Deutschland 3,5 Millionen Menschen – registrieren, damit innerhalb der ersten fünf Minuten nach einem Notfall eine Person mit Reanimationskenntnissen am Einsatzort sein kann. Laut einer repräsentativen bundesweiten Bevölkerungsumfrage wären sogar 16 Prozent dazu bereit. Die Hälfte der Befragten unter 50 Jahren sind außerdem gewillt, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen.

Aktuell sind in Deutschland weniger als die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städten versorgt. Die Mehrzahl der Leitstellen, die derzeit noch kein Ersthelfer-Netzwerk nutzen, plant allerdings, eines aufzubauen. Die ADAC Stiftung setzt sich dafür ein, die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den flächendeckenden Einsatz der entsprechenden Apps zu ermöglichen.

ADAC Stiftung als Vorreiterin mit aktualisierter Satzung

In den vergangenen Jahren wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit von Stiftungen stetig verbessert. 2023 trat mit dem Gesetz zur Vereinheitlichung des Stiftungsrechts eine Stiftungsrechtsreform in Kraft. Die Reform des deutschen Stiftungsrechts ist in die aktuelle Satzungsüberarbeitung eingeflossen, die wir auch zum Anlass genommen haben, das Fundament der ADAC Stiftung zu modernisieren.

Indem wir bereits jetzt eine auch auf die Reform angepasste Satzung vorlegen, haben wir eine Vorreiterrolle in der Stiftungslandschaft eingenommen. Die neue und aktualisierte Satzung der ADAC Stiftung verschafft uns inhaltlich mehr Freiraum und reflektiert die Präzisierung der Stiftungsstrategie. Unsere Satzungszwecke wurden um die neuen Handlungsfelder Reanimation, Mobilitätswandel und Mobilitätsbildung, sowie die Bekämpfung von Katastrophenfällen, erweitert.

Unser Ausblick auf das 3. Quartal 2024

Das Schuljahr 2024/2025 wirft schon jetzt seine Schatten voraus. In ganz Deutschland haben sich Vorschulkinder für die Einschulung angemeldet, viele haben bereits ihren Schulranzen ausgesucht und manche üben vielleicht schon mit den Eltern den Weg zur neuen Grundschule.

Mit der Kampagne „Sicher zu Fuß zur Schule“ wird die ADAC Stiftung zu Beginn des neuen Schuljahres wieder verantwortungsbewusstes Verhalten bei allen Verkehrsteilnehmenden fördern, damit Kinder sicher in die Schule und wieder zurück nach Hause kommen. Seien Sie gespannt, was wir uns einfallen lassen.

Die Schirmherrschaft übernimmt auch dieses Jahr Bundesminister für Digitales und Verkehr Dr. Volker Wissing, MdB. Weitere prominente Unterstützung erhält die Kampagne von TV-Moderator Julian Janssen, bekannt als „Checker Julian“ und Schauspielerin Annika Preil aus der Kinderserie „Anna und die wilden Tiere“.