ADAC Stiftung

Die häufigsten Fragen zur ADAC Luftrettung

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Fragen zur ADAC Luftrettung:

Wer ist die ADAC Luftrettung gGmbH?



Wir sind eine gemeinnützig anerkannte Gesellschaft zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, Rettung aus Lebensgefahr im Rahmen der öffentlichen Daseinsfürsorge und Minderung von Unfallfolgen. Die ADAC Luftrettung ist der größte Betreiber von Rettungshubschraubern im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstsystem in Deutschland. 



Wie wurde die ADAC Luftrettung gegründet?


Im Jahr 1967 kletterte die Anzahl der Verkehrstoten in Westdeutschland auf über 20 000. Das Rettungswesen im Deutschland war damals noch lange nicht so weit ausgereift, wie es heute der Fall ist. Zum Teil brauchten Hilfskräfte sehr lange, um zum Unfallopfer zu gelangen. Außerdem herrschte damals noch die Meinung vor, der Patient müsse zum behandelnden Arzt gebracht werden und nicht umgekehrt. 
Aufgrund dieser Situation forderten Mediziner ein Umdenken in der Rettungsstrategie. Sie sahen eine hohe Überlebenschance für den Patienten, wenn der Arzt zur Unfallstelle gebracht wird. Der ADAC griff diese Idee auf und führte in den Sommern 1968 und 1969 erste Versuche mit gecharterten Hubschaubern durch. Die Idee bewährte sich und so wurde am 1. November 1970 der erste permanent betriebene öffentlich-rechtliche Rettungshubschrauber Deutschlands in München stationiert. Er wurde auf den Namen „Christoph 1” getauft.



Woher haben unsere Rettungshubschrauber ihren Namen?


Die Rettungshubschrauber wurden in Anlehnung an den Schutzpatron der Reisenden, St. Christophorus, „Christoph” genannt.



Wie kann ein Rettungshubschrauber alarmiert werden?


Die ADAC Rettungshubschrauber werden über die Notrufnummer 112 bei der zuständigen Leitstelle angefordert. Ein direktes Anfordern des Hubschaubers ist nicht möglich! Der Leitstellendisponent entscheidet, ob ein Hubschrauber oder ein anderes Rettungsmittel eingesetzt wird.


Wer entscheidet, ob ein Rettungshubschrauber eingesetzt wird?

Bei Eingang des Notrufs in der Leitstelle entscheidet der zuständige Leitstellendisponent nach einem Kriterienkatalog (z.B. zur Zeit verfügbare Rettungsmittel, Meldebild, Einsatzort, Wetter etc.), ob ein Hubschrauber oder ein anderes Rettungsmittel eingesetzt wird.


Fliegen ADAC Rettungshubschrauber nur tagsüber oder auch nachts?



Die ADAC Luftrettung betreibt in Sanderbusch mit „Christoph 26”, in Greven mit "Christoph Westfalen", in Bautzen mit "Christoph 62" und in Senftenberg mit „Christoph Brandenburg” 24-Stunden-Stationen, die auch nachts einsatzbereit sind. Unsere Hubschrauber fliegen nachts jedoch nur sogenannte „dringende Verlegungsflüge” von einem Krankenhaus zum anderen und nur, wenn der dortige Landeplatz für Nachtflüge freigegeben ist.


Was kostet ein Rettungshubschraubereinsatz und wer bezahlt ihn?


Wird in Deutschland ein Rettungshubschrauber eingesetzt, um einen Patienten ärztlich zu versorgen oder in ein Krankenhaus zu transportieren, werden die Kosten in der Regel von der Krankenversicherung übernommen. In manchen privaten Versicherungen gibt es jedoch eine Erstattungsobergrenze! Ist der Patient nicht krankenversichert, müssen die Einsatzkosten selbst getragen werden. Im Regelfall - wenn der Patient gesetzlich krankenversichert ist - entstehen dem Patienten keinerlei Kosten.


Braucht man eine ADAC Mitgliedschaft, um mit einem Rettungshubschrauber transportiert zu werden?


Die Rettungshubschrauber sind Teil des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstsystems. Für den Einsatz eines Rettungshubschraubers (RTH) kommen, wie bei einem Transport mit dem Rettungstransportwagens (RTW), in der Regel die Krankenkassen auf, sofern der Patient krankenversichert ist. Es ist demnach keine Mitgliedschaft im ADAC notwendig, um mit einem Rettungshubschrauber transportiert zu werden.


Wer beauftragt die ADAC Luftrettung mit dem Luftrettungsdienst?


In Deutschland ist der Rettungsdienst nach dem Föderalismusprinzip des Grundgesetzes Ländersache und wird daher durch die Rettungsdienstgesetze der einzelnen Bundesländer geregelt. Die ADAC Luftrettung betreibt demzufolge ihre Stationen im Auftrag der Länderministerien des Innern oder der Sozialministerien der Bundesländer.



Fragen zur Hubschraubercrew

Wer gehört zur Crew eines Rettungshubschraubers?

Die Crew eines ADAC Rettungshubschraubers besteht in der Regel aus einem Piloten, einem Notarzt und einem HEMS TC (HEMS Technical Crew Member). Bei Maschinen, die zusätzlich mit einer Rettungswinde ausgestattet sind, ist außerdem ein Bordtechniker mit an Bord.


Wo kann ich mich zum Rettungshubschrauberpiloten ausbilden lassen?

Die ADAC Luftrettung bildet derzeit selbst keine Piloten aus. Eine Ausbildung kann bei einer beliebigen Luftfahrerschule im In- oder Ausland erfolgen. Der Lehrgang dauert etwa ein knappes Jahr und kostet ca. 100.000,- € je nach Lehrgangsdauer, Ausbildungsumfang Luftfahrerschule, In- oder Auslandsausbildung. Die Ausbildungskosten sind (insofern die Ausbildung nicht zum Beispiel bei der Polizei der Länder, Bundespolizei oder Bundeswehr erfolgt) in der Regel durch den Bewerber zu tragen. Eine Übernahme oder Vorfinanzierung der Ausbildungskosten seitens des ADAC ist leider nicht möglich. Nach dem Abschluss verfügt der Bewerber über etwa 150 Gesamtflugstunden. Wir stellen Co-Piloten (PICUS -PILOT IN COMMAND UNDER SUPERVISION-) jedoch erst mit einer Erfahrung von mehr als 500 Stunden Gesamtflugerfahrung auf Hubschrauber ein. Jeder Bewerber muss eine Fliegertauglichkeitsuntersuchung nach Teil-FCL Klasse 1 nachweisen.



Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Bewerbung als ADAC Hubschrauberpilot und wo bewerbe ich mich?


Unabhängig davon wo oder wie die Ausbildung erfolgte, muss der Bewerber als verantwortlicher Luftfahrzeugführer (PIC -PILOT IN COMMAND-) mindestens 1.000 Stunden Flugerfahrung auf Hubschraubern nachweisen und eine Lizenz nach Teil-FCL als Berufshubschrauberführer besitzen. 500 Stunden davon müssen im Luftrettungsdienst oder einem einsatzähnlichen Profil  geflogen werden - d.h. kurze Flüge ohne lange Vorbereitungszeit mit Landungen unter schwierigen Umgebungsbedingungen. Wir zählen z.B. je nach Erfahrung die Zeit bei der Bundeswehr, bei den Länder- Bundespolizeien oder auch teilweise die Zeiten  als Fluglehrer dazu, nicht jedoch geplante Passagierflüge zu Flugplätzen, da diese nichts mit dem für uns üblichen Einsatzprofil gemein haben. Als Co-Pilot (PICUS) beträgt die Einstellungsvoraussetzung derzeit 500 Stunden Gesamtflugerfahrung auf Hubschraubern (ADAC Luftrettungs eigen Vorgabe).


Falls Sie die genannten Voraussetzungen erfüllen, können Sie Ihre Bewerbung gerne schicken an: 

ADAC SE  
Frau Carolin Gläßel 
Abt. PES  
Hansastraße 19 · 80686 München 
Email: Carolin.Glaessel@adac.de 

Falls Bedarf besteht und der Bewerber den vorgenannten Anforderungen entspricht, wird dieser von uns zur DLR in Hamburg eingeladen, die sich auf die Auswahl von Luftfahrzeugführern spezialisiert hat. In einem für die ADAC Luftrettung eigens entwickelten Eignungstest werden u.a. optische und akustische Merkfähigkeit, Koordination, Mehrfachbelastung, Kenntnisse in Mathematik und Englisch geprüft.


Wie kann ich Arzt auf einem Rettungshubschrauber werden?


Die auf unseren ADAC Rettungshubschraubern eingesetzten Notärzte sind keine Angestellten der ADAC Luftrettung. Sie werden im Rahmen von vertraglichen Regelungen vom jeweils angebundenen Krankenhaus zur Verfügung gestellt. 
Voraussetzungen, um auf einem ADAC Rettungshubschrauber zu fliegen, sind:
  • Qualifikation „Notarzt” nach jeweiligem Landesrecht, d.h. Fachkunde Rettungsdienst oder Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
  • Facharztqualifikation, d.h. Facharzt in einem Gebiet mit intensivmedizinischem Anteil (Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie)
  • vom jeweils für die Station verantwortlichen leitenden Hubschrauberarzt als für den Luftrettungsdienst geeignet eingeschätzt
  • Zusatzweiterbildung „Intensivtransport” nach den Vorgaben der DIVI für die Durchführung von Intensivtransporten 
    Unser Kursangebot finden Sie hier: ADAC HEMS Academy

Um die Chance zu erhalten als Arzt im ADAC Rettungshubschrauber eingesetzt zu werden, sollte man sich auf eine Assistentenstelle in der Fakultät einer der Hubschrauberstandortkliniken bewerben, die die Notärzte für den Rettungshubschrauber stellt (meist Anästhesie).


Wie kann ich Rettungsfachpersonal auf einem ADAC Rettungshubschrauber werden?


Das auf den ADAC Rettungshubschraubern eingesetzte Rettungsfachpersonal - auch HEMS Technical Crew Member (HTC) genannt - sind in der Regel keine Angestellten der ADAC Luftrettung gGmbH. Sie werden in der Regel im Rahmen von vertraglichen Regelungen von ortsansässigen Hilfsorganisationen, Feuerwehren oder Kliniken gestellt. Bei einzelnen Luftrettungsstandorten kann im Ausnahmenfall davon abgewichen werden.



Fragen zu Einsätzen im Ausland

Ist die ADAC Luftrettung auch Ansprechpartner für die Rückholung aus dem Ausland?



Nein, die Rückholung aus dem Ausland ist eine der vielen Hilfeleistungen, die der ADAC AmbulanceService bietet. Er unterhält eine eigene Ambulanzflotte mit hochmoderner, intensivmedizinischer Ausstattung. Das Leistungsspektrum setzt sich je nach Art der ADAC Mitgliedschaft zusammen. 
Für weitere Informationen oder Fragen zum ADAC AmbulanceService klicken Sie bitte auf diesen Link: ADAC AmbulanceService


Wer trägt die Kosten für einen medizinischen Hubschraubertransport im Ausland?



Bei einem Notfall im europäischen Ausland (z.B. Österreich), übernimmt die Krankenkasse des Patienten die Kosten in der Höhe, wie sie auch die jeweils ausländische (hier: österreichische) Krankenversicherung erstatten würde. Dieses ist jedoch nur der Fall, wenn es ein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und dem jeweiligen Land gibt. Für Informationen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse! 
Die dadurch eventuell entstandene Lücke muss selbst getragen bzw. kann durch eine Zusatzversicherung (z.B. ADAC Auslandskrankenversicherung) abgedeckt werden. 
Durch eine ADAC Plusmitgliedschaft ist u.a. ein medizinisch notwendiger Rücktransport - wenn nötig mit einem ADAC Ambulance-Jet weltweit versichert, nicht aber die ärztliche Behandlung.

Fragen zur Sicherheit von Medizinprodukten

Kontakt Beauftragter Medizinprodukte-Sicherheit
(§6(4) MPBetreibV):